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Baden-Württemberg

Fußball-WM zum Volltreffer machen

Das Großereignis wird auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor / Im Land werden rund 500.000 Besucher erwartet

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/29 vom 23. Juli 2005

STUTTGART Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt. Die heimische Wirtschaft muss ihn nur noch zu einem Volltreffer verwandeln. So jedenfalls sieht Wirtschaftsminister Ernst Pfister die Chancen, wenn es um die Fußball-Weltmeisterschaft geht, die in knapp einem Jahr in Deutschland stattfindet. „Allein die Tourismuswirtschaft im Land kann ein Umsatzplus von 200 bis 300 Mio. Euro erwarten“, betonte Pfister beim Kongress „FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 – Chancen für Baden-Württemberg“, den er am 10. Juni im Rahmen der Fußballmesse „Fair play“ auf dem Stuttgarter Killesberg eröffnete.

Pfister stellte in seiner Eröffnungsrede als Kernbotschaft des Kongresses heraus: Die Fußball-WM 2006 sei eine große Chance nicht nur für die Landeshauptstadt und die Region Stuttgart, sondern für das ganze Land. Sie biete vielen Unternehmen die Gelegenheit, ihre Produkte und Dienstleistungen in einem werbewirksamen Umfeld zu vermarkten oder neue Geschäftsfelder zu erschließen. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Schuster ist ähnlich optimistisch: „Wir erwarten rund 500.000 Touristen, die die Spiele in Stuttgart erleben möchten“.

Pfister und der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages, Till Casper, sind sich sicher, dass die Fußball-WM ein Tourismus-, Medien-, und Wirtschaftsfaktor ersten Ranges ist und belegen das auch mit Zahlen: Deutschlandweit wird mit rund 5 Mio. zusätzlichen Übernachtungen gerechnet, in Baden-Württemberg mit bis zu einer halben Million. Die Tourismuswirtschaft erwartet bundesweit ein Umsatzplus von 3 Mrd. Euro, in Baden-Württemberg anteilig rund 200 bis 300 Mio. Euro. Die wirtschaftlichen Gesamteffekte der WM 2006 werden bundesweit mit 8 bis 10 Mrd. Euro beziffert, bis 2010 sollen jährlich etwa 4000 neue Arbeitsplätze entstehen, insgesamt rund 27.000 bundesweit, für Baden-Württemberg anteilig insgesamt 2500 bis 3000 neue Arbeitsplätze.

Wirtschaftsminister Pfister betonte, dass das Land zusammen mit seinen Marketing-Partnern Maßnahmen in den Feldern Tourismus- und Standortmarketing sowie Image-Werbung vorbereitet. Die Tourismus-Marketing Baden-Württemberg habe die landesweiten Tourismus-Aktivitäten in einem „Marketing-Masterplan“ gebündelt. Die wichtigsten Maßnahmen sind: weltweit buchbare Pauschalangebote für Reiseveranstalter und Endkunden „rund um das Thema Fußball WM“, Presse- und Themenreisen für Reiseveranstalter und Reisejournalisten, Messeauftritte für die wichtigsten touristischen Messen, zum Beispiel ITB und CMT, Forcierung der Service- und Qualitätskampagne. Dieses Umfeld, so Pfister und Casper übereinstimmend, sollten einheimische Unternehmen nutzen, sich selbst, ihre Leistungen und Produkte zu präsentieren. Die Liste der Dinge, die Unternehmen im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft nicht dürfen, ist allerdings lang. Gregor Lentze, Geschäftsführer der Fifa Marketing & TV Deutschland GmbH, berichtete den Kongressbesuchern ausführlich, welche Logos und Schriftzüge der Weltfußballverband markenrechtlich geschützt hat und welche Zonen rund um die Stadien tabu sind für die Unternehmen – jedenfalls für jene, die nicht offizieller Partner der Fifa sind. „Die Fußball-WM ist ein gesellschaftliches Ereignis und gehört nicht der Fifa“, erklärte Marcus Hotze, Anwalt bei der Kanzlei EY Law Luther Menold. ¸¸Anlehnende Werbung“ ist seiner Meinung nach daher erlaubt. Werbung und Produkte, die Assoziationen wecken, aber keine offiziellen Logos oder Schriftzüge verwenden, seien meist nicht angreifbar.

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