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Optimistisch: Annegret und Jochen Opitz führen mit viel Einsatz und Geschick ihren Landgasthof in Basdahl Foto: Heinz Joachim Zinke

Landgasthöfe – Was uns bewegt

Gäste kommen als Freunde wieder

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/5 vom 28. Januar 2012
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BASDAHL. Das traditionelle Gastgewerbe hat es in ländlichen Regionen zunehmend schwer. Davon können auch Jochen und Annegret Opitz, seit 1984 Eigentümer des mehr als 100 Jahre alten Kluster Hofes im niedersächsischen Basdahl, ein Lied singen. Doch warfen sie nicht etwa die Flinte ins Korn, sondern setzten alles daran, sich mit Elan und Ideen der neuen Situation anzupassen, unterstützt von den engagierten Mitarbeitern. Und der Erfolg hat ihre Mühe belohnt.

Ambiente passt zur Region

„Wir haben damals den Gasthof neu gestaltet und viel investiert, um ihn zu modernisieren und für Gäste attraktiver zu machen“, so Jochen Opitz (59), gelernter Betriebswirt und Hotelfachmann. Zunächst wurde der Beherbergungsbereich erweitert, der inzwischen 17 Komfortzimmer umfasst. Als weitere Highlights präsentieren sich heute der große Festsaal mit Bühne und Tanzparkett. Bestens geeignet für Hochzeiten und andere Familienfeste sowie der Kaffeegarten mit Grill, Teichanlage und Kinderspielplatz. Ein gemütliches Clubzimmer ist kleineren Gesellschaften vorbehalten.

Das Ambiente des Kluster Hofes ist nach wie vor urig-ländlich und spiegelt den niedersächsischen Charme früherer Zeiten wieder. Selbst Gästen, die eher moderne Einrichtungen lieben, gefällt’s, weil hier vor allem Gemütlichkeit angesagt ist.

Im Übrigen punktet der Kluster Hof mit seinem kulinarischen Angebot, für das Küchenchef Harald Feldkamp verantwortlich ist. Eine Gaumenfreude unter den Fisch- und Meeresspezialitäten etwa die Limandes-Filets in Kräuter-Eihülle mit Buttersauce und Reis. Beliebt bei den Gästen auch das Schnitzel „Choron“ (mit Käse und tomatisierter Hollandaise überbacken) oder das „Fischersteak“ (Rumpsteak mit Krabben und Rührei). In der kalten Jahreszeit steht Wild aus der Region auf der Speisekarte. Und Grünkohl mit Kohl- und Pinkelwurst, Speck und Kasseler ist in der norddeutschen Gastronomie ohnehin ein „Muss“ im Herbst und Winter.

Besonders attraktive Veranstaltungen haben sich Annegret und Jochen Opitz für die Wochenenden ausgedacht. „Damit wollen wir unseren Gästen einmalige Erlebnisse bieten, die sie noch lange positiv an den Kluster Hof erinnern sollen“, so der Gastwirt. „Und vielleicht kommen sie eines Tages mit Freunden wieder zu uns.“

Das Programm der „Aktivtage für Vereine, Clubs & Cliquen“ offeriert unter anderem: die „2 Tage Vörde-Land-Tour“ mit Kutschfahrt durch die schöne Geest- und Moorlandschaft, sodann Kegelabend, Wanderung oder Frühschoppen, kulinarische Spezialitäten u.a.. Viel Zuspruch findet auch immer die „Draht-Esel-Tour“ durch das Teufelsmoor und die Osteniederungen inkl. Candlelight-Dinner, drei Übernachtungen im Kluster Hof und mehr.

Interessant ist immer auch das Programm des dreitägigen „Erlebniswochenendes“, das den Gästen bei Wanderung und Kutschfahrt vor allem die Landschaft des Elbe-Weser-Dreiecks zwischen Hamburg – Bremen – Bremerhaven erschließt. Da bietet sich zudem eine Fahrt mit dem bekannten „Moorexpress“ an, der direkt am Bahnhof hinter dem Kluster Hof hält. Wettschießen und Kegeln beschließen das vielseitige „Happening“.

Neben einem Wochenende, an dem die Gäste sogar das sogenannte „Jägermeister-Diplom“ erlangen können, bietet Familie Opitz sogar „Bauerngolf“ an. Gespielt wird in Volkmarst (Ferienhof Dücker), jedoch nicht etwa mit traditionellen Golfschlägern, sondern mit Besenstielen, an die jeweils ein Holzschuh befestigt ist. Klingt extrem lustig – ist es auch.

Herzlichkeit zahlt sich aus

„Man muss den Gästen, die täglich überschwemmt werden mit neuen, originellen und außergewöhnlichen Ideen und Angeboten immer wieder etwas Interessantes bieten, das ihre Aufmerksamkeit erregt“, weiß Jochen Opitz, langjähriger DEHOGA-Kreisvorsitzender Bremervörde und Mitglied des DEHOGA-Bezirksverbandes Stade. „Das ist gerade für Landgasthöfe in umsatzschwacher Zeit überaus wichtig. Wer das nicht begreift, hat wenig Chancen, zu überleben.“

Nicht zuletzt aber ist es die umfassende Gastlichkeit, getragen von echter Herzlichkeit, die den Erfolg des Kluster Hofes garantiert. Das wissen nicht nur Annegret und Jochen Opitz, sondern ebenso die Mitarbeiter, denen das Gastwirts-Ehepaar mit gutem Beispiel vorangeht.

Nachfolge ist gesichert

Alles in allem hat der Kluster Hof seine wirtschaftliche Lage trotz Euro-Krise und allgemein angespannter Personalsituation voll im Griff. Opitz: „Natürlich könnten die Geschäfte immer noch besser laufen – aber das sagt jeder Gastronom oder Hotelier. Ich wünschte, dass sich mehr junge Leute für das Gastgewerbe interessieren und auch entsprechend qualifizieren.“

Und wie sieht die Zukunft des Kluster Hofes aus? „Nicht schlecht“, beteuert der erfahrene Gastwirt. „In etwa zwei Jahren wird unser Sohn Lars nach Hause kommen. Und Lars ist gelernter Hotelfachmann, Betriebswirt und außerdem Koch und soll den Betrieb allmählich übernehmen.“

Heinz-Joachim Zinke




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