Hamburg
Gäste satt – Engpässe beim Personal
Hamburger Restaurants ziehen eine positive Bilanz des Weihnachtsgeschäfts / Volle Häuser an beiden Festtagen
HAMBURG. Rundum zufrieden mit dem Weihnachtsfest zeigen sich von der AHGZ befragte Gastronomen der Hansestadt. Die Feiertagsarrangements wurden überwiegend gut bis sehr gut nachgefragt. Vor allem kleinere inhabergeführte Restaurants gingen dabei manchmal bis an die Grenzen ihrer Manpower. Wer eine ausreichende Zahl guter Mitarbeiter verpflichten konnte, durfte sich glücklich schätzen.
„Wir waren schon am 23. Dezember sehr gut gebucht. Ebenso amersten und zweiten Weihnachtsfeiertag“, sagt Angela Gnade vom Restaurant Küchenwerkstatt. Geboten wurde ein Menü mit drei bis sechs Gängen zwischen 39 und 60 Euro. „Wir hätten auch noch Heiligabend öffnen können, aber man braucht ja auch selber mal einen freien Tag“, erläutert die Restaurantleiterin, die mit ihrem Partner und Küchenchef Gerald Zogbaum das ehemalige Winterhuder Fährhaus seit Oktober 2004 führt. Nach Silvester gönnt sie sich erst mal eine wohl verdiente zweiwöchige Pause.
Volles Haus auch an Heiligabend hatte das für seine deutsche Küche bekannte Restaurant Deichgraf. Die3- und 4-Gänge-Menüs für 32 und38 Euro hätten aber auch an den beiden Feiertagen reißenden Absatz gefunden, sagt Inhaberin Magret Ismer. „Ohne mein tolles Team motivierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten wir den Ansturm gar nicht bewältigen können“, so Ismer.
Raphael Torrecelli, Betreiber des „Amtrak“ in Wandsbek, hätte dagegen gern noch zusätzliche Servicekräfte eingestellt. Aber es sei eben nicht so leicht, Aushilfen zu finden, wenn alle gerne feiern wollen. Neben der klassischen Weihnachtskarte mit 3-Gänge-Menü (26,50 Euro) und einigen Tellergerichten zwischen 13 und 15 Euro hatte das „Amtrak“ an beiden Feiertagen von zehn bis 13 Uhr auch Brunch im Angebot. Das will sich Torrecelli wahrscheinlich im nächsten Jahr zumindest am ersten Weihnachtstag schenken. Denn „die Leute kamen nach Heiligabend anscheinend schlecht aus dem Bett“, hat der Wirt festgestellt.
Keine Probleme mit Personalengpässen hatte Mike Washington, Inhaber des indischen Restaurants Shalimar: „In Indien wird nicht Weihnachten, sondern bereits im November das Fest der Lichter gefeiert. Für meine Köche und mein Servicepersonal aus Indien ist das Arbeiten zu Weihnachten deshalb nicht so ungewöhnlich.“ Deshalb gab es im Shalimar auch vom 24. bis 26. Dezember von zwölf bis 23 Uhr durchgehend warme Küche. Ein 6-Gänge-Menü kostete 34 Euro. Jeweils 350 Gäste am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag zählte Stock’s Fischrestaurant in Poppenbüttel. „Die Nachfrage war so groß, dass wir noch Tische in der Lounge im 1. Stock aufstellen mussten“, sagt Michael Bolte, gemeinsam mit Küchenchef Heiko Stock Inhaber des Feinschmeckerrestaurants. „Dabei konnten wir uns auf ein bewährtes Team fester Mitarbeiter verlassen.“ Trotzdem soll Heiligabend auch im nächsten Jahr geschlossen bleiben: „Die zwei Tage gingen ganz schön an die Substanz, und man muss ja auch mal ein bisschen an sich denken“, meint Bolte. Mathias Thurm
