Siebter Niederbayerischer Wirtetag in Landshut
Gastgewerbe hofft auf Zuwanderungsgesetz
Rund 200 Wirtinnen und Wirte trafen sich beim 7. Wirtetag des BHG-Bezirks Niederbayern in Landshut.
Rose Marie Wenzel bekräftigte gegenüber der Politik wiederum einige Hauptforderungen des Gastgewerbes.
Christine Werthmann, Mitglied des Großen BHG-Vorstands, hielt beim 7. Niederbayerischen Wirtetag die Festrede.
LANDSHUT (nik). Der vom BHG-Bezirksverband seit sieben Jahren veranstaltete Niederbayerische Wirtetag erwies sich auch heuer wieder als Treffen berufsständisch engagierter Kollegen. Dabei wurden unter dem Motto „Allein untergehen oder gemeinsam überleben“, vielerlei Probleme der Branche aufgezeigt und insbesondere den eingeladenen Politikern erneut nahe gebracht. Christine Werthmann, Mitglied des Großen BGH-Vorstands, forderte in ihrer Rede flexiblere Lösungen zur Ausländerbeschäftigung und stellte heraus, dass das Gastgewerbe gewisse Hoffnungen in das geplante Zuwanderungsgesetz lege.
Die Bezirksvorsitzende Rose Marie Wenzel bekräftigte die Forderung des Gastgewerbe nach einem reduzierten Mehrwertsteuer), ^ Umsatzsteuer.
weiter mit Mausklick...-Satz.
Erfreut über die guten Besuch begrüßte Rose Marie Wenzel die rund 200 Teilnehmer im Bernlochner-Saal in Landshut. Alle niederbayerischen Kreisstellen waren durch mit Vorstandsmitglieder sowie viele Wirtinnen und Wirte vertreten. Nach dem offiziellen Teil trafen sich alle Teilnehmer im Bierzelt der Niederbayernschau zum gemütlichen Plausch. Einen Treffpunkt bildete auch der BHG-Informationsstand in dieser Verbrauchermesse mit 600 Ausstellern, zu der sich alljährlich rund 120 000 Besucher einfinden. In Halle 17 präsentierte sich die Gastronomie, Brauereien und Zulieferer der Branche. Dabei stießen die Kochvorführungen auf großes Zuschauerinteresse. Zudem informierten Betriebe, Berufsschule Landshut und der BHG über die Ausbildungsmöglichkeiten im Gastgewerbe.
„Information, Motivation, Konversation, das zusammen ergibt Motivation für jeden Gastronomen“, stellte die Bezirksvorsitzende Rose Marie Wenzel in ihrer Rede im Bernlochner-Saal fest. Angesichts der zu vielen Einzelkämpfer, des harten Wettbewerbs und der ungünstigen politischen Rahmenbedingungen rief sie zu zu mehr Gemeinsamkeit der Kollegen auf und forderte von der Politik mehr und eine bessere Zusammenarbeit mit dem Gastgewerbe. Rose Marie Wenzel stellte dabei wiederum drei entscheidende Forderungen: Steuerliche Erleichterungen für ungünstige Arbeitszeiten, insbesondere als Anreiz für Sonn- und Feiertags sowie Nachtarbeit. Den reduzierten Mehrwertsteuersatz für das Gastgewerbe, wie in den benachbarten EU-Ländern, im Sinn der Wettbewerbsgleichheit. Mehr arbeitsmarktpolitische Unterstützung, damit gastronomische DienstleistungDienstleistungsmerkmale.
weiter mit Mausklick... im Restaurant auch weiterhin für alle bezahlbar bleibt.
Christine Werthmann, Mitglied im Großen VorstandNeben der Hauptversammlung und dem Aufsichtsrat eines der drei Organe einer Aktiengesellschaft.
weiter mit Mausklick... des BHG, zeigte einige drängende Probleme des Gastgewerbes auf, an erster Stelle sprach sie vom „notorischen Personalmangel“. Vom Arbeitsamt Mitarbeiter anzufordern sei geradezu sinnlos, obwohl in den Statistiken immer wieder arbeitslose Köche angegeben werden. „Wir erwarten von der Politik flexiblere Lösungen, insbesondere bei der Ausländerbeschäftigung, um wenigstens einen Teil der freien Stellen besetzen zu können“, forderte sie. Die gesamte Branche setze jetzt große Hoffnungen auf das von der Bundesregierung geplante Zuwanderungsgesetz.
Im weiteren Verlauf ihrer Rede ging sie auf die Sperrzeiten ein, stellte Bayern zum wiederholten Mal als Träger der Roten Laterne heraus und meinte, wieso sei in Bayern nicht möglich, was in allen anderen Bundesländern längst übliche Praxis sei: Ein gerechter Ausgleich zwischen Ruhebedürfnis der Bürger und den Interessen des Gastgewerbes. Ebenso seien gesetzliche Änderungen für die Freischankflächen und die Außengastronomie dringend erforderlich. Als erfreuliche Beispiele nannte sie die Regelungen in den Städten Passau und München. „Wir fordern von der Staatsregierung eine landesweit einheitliche und großzügige Regelung, damit nicht nur die Bürger von Passau und München die lauen Sommerabende im Freien genießen können.“ Im Fall der Trinkgeldsteuer habe die Politik das Gastgewerbe wieder einmal belogen, stellte Christine Werthmann weiter fest. Vor der Wahl habe Bundeskanzler Schröder versprochen, diese SteuerFinanzielle Einnahmequelle des Staats und zugleich wichtigstes Instrument zur Finanzierung der staatlichen Aufgaben.
weiter mit Mausklick... abzuschaffen; er habe jedoch nicht einmal den Freibetrag erhöht. Die Politiker gingen in ihren Grußworten auf verschiedene Aspekte und manche Branchenprobleme ein. So wies die Bundestagsabgeordnete Bruni Irber darauf hin, dass für die Tourismusförderung viel Geld bereitgestellt, aber nicht abgerufen werde, weil es an gemeinsamen Aktionen mangele. Unter Beifall der Versammlung sagte sie, sie wünsche sich eine gemeinsame touristische Vermarktungsplattform für das mittelständische Gastgewerbe.
Ernst Hinsken, MdB, sprach sich für ein Absenken des Umsatzsteuersatzes und die Abschaffung der Trinkgeldsteuer aus. Dabei räumte er ein, dass diese Probleme auch von der CDU/FDP-Bundesregierung nicht angepackt worden seien. Jetzt komme jedoch die Öko-Steuer als erschwerend für die Branche hinzu, verwies Hinsken auf die derzeitige Regierung. Er plädierte dafür, die 4. Stufe der Ökosteuer auszusetzen. Die in Niederbayern vielfach nur 22 bis 30 Prozent betragende durchschnittliche Bettenauslastung nannte er „zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.“ Die Landtagsabgeordnete Emma Kellner (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, eine Senkung der UmsatzsteuerVerkehrssteuer, mit der grundsätzlich jeder Ver- oder Gebrauch von Waren und Dienstleistungen belastet wird.
weiter mit Mausklick... würde eine Steuererhöhung an anderer Stelle nachziehen. Angesichts der Personalproblems des Gastgewerbes sprach sie sich dafür aus, für Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern sofort Freizügigkeit herzustellen. In einem Land, das weitgehend vom Tourismus lebt, wäre hier mehr Flexibilität angebracht, meinte sie.
Landshuts Bürgermeister Jakob Entholzner wies darauf hin, die Stadt komme den Wirten gern bei den Forderungen nach Sperrzeitverkürzung entgegen, jedoch könnten nicht alle Wünsche erfüllt werden. „Gastgewerbe, Handel und Stadt sitzen doch in einem Boot.“ Landrats-Stellvertreter Josef Seidl dankte den Wirten für ihre Teilnahme an den verschiedenen Wettbewerben und lobte insbesondere die Arbeit der Wirtinnen. Zum AbschlussBezeichnung für die letzte Stufe im Verkaufsprozess.
weiter mit Mausklick... des offiziellen Teils des 7. Niederbayerischen Wirtetags zeigte Joachim Bullermann, der sich selbst als „einer der meistbeschäftigten Verkaufstrainer“ bezeichnet, den Wirten und Hoteliers, aber auch der Politik in kabarettistisch unterhaltsamer Form ihre Schwachstellen auf und zeigte Verbesserungsmöglichkeiten auf. Vielfach wurden die durchaus ernsthaften Themen von allzuviel schauspielerischer Selbstdarstellung, Gaudiburschentum und undifferenzierten Rundumschlägen zu stark überdeckt.
Bullermann rief die gesamte Branche dazu auf, das Jammern zu unterlassen, weil es fast allen noch sehr gut gehe. „Wer die jetzigen Zeiten als schlecht bezeichnet, muss vom Wohlstand völlig verdorben sein.“ Der Politik insgesamt unterstellte Bullermann Dilettantismus. „Nur Politiker, die ihr Einkommen aus nicht produktiver Tätigkeit beziehen, können solche Gesetze machen.“ Die freie Marktwirtschaft sei inzwischen so verkommen, dass von der Politik und den Banken nur die Großen unterstützt werden, um damit die kleinen Unternehmen um die Ecke zu bringen, sagte Bullermann.
Wenn die Politik wirklich die Kultur der Selbständigkeit fördern wollte, dann müsste sie sofort der ungehemmten Expansion der Großbetriebe Einhalt gebieten, fügte er hinzu. Anstelle eines fairen Wettbewerbs herrsche Kannibalismus, der nur noch als „finale Selektionsphase“ zu sehen sei. Joachim Bullermann gab den Wirten eine Reihe von allgemeinen Ratschlägen mit, um ihre Situation zu verbessern. Sie reichten von der Zuversicht in die Zukunft über die Gästeorientierung bis hin zur besseren Mitarbeiterführung und vor allem -bezahlung. Er warnte vor Billigangeboten und betonte: „Wer Preise sät, wird Pleiten ernten.