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Nehmen kein Blatt vor den Mund: (von links) Manfred Zeiner, dwif-Geschäftsführer, Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, und Pressesprecher Michael Schier

© Andree Küsel

Niedersachsen

Gastgewerbe macht Bankern Sorge

Sparkassen-Verband stellt Tourismusbarometer vor: Es hapert besonders an der Qualität der Speisen und im Service

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/25 vom 21. Juni 2008

HANNOVER. Quantität reicht im Tourismus nicht aus. Trotz einer weiteren Steigerung um 3 Prozent bei den Übernachtungszahlen in Niedersachsen im Jahr 2007 sollten sich Hoteliers und Gastronomen nicht ausruhen. Vor allem die Servicequalität lässt oft zu wünschen übrig. Das gleiche gilt für das Speisenangebot: Sternegastronomie ist im Norden des Landes kaum noch anzutreffen. Manfred Zeiner, GeschäftsführerBezeichnung für das Leitungsorgan der Gesellschaft mit beschränkter Haftung .
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des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) in München fordert die Branche dazu auf, sich zielgruppenorientiert auszurichten. „Die Zeit für Allrounder ist vorbei.“

Plus bei Übernachtungen

Insgesamt kann die Tourismuswirtschaft aber optimistisch in die Zukunft schauen, meinte Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, bei der PräsentationZweckbestimmte und am Empfänger orientierte Information, welche versucht, den Kommunikationsfluss zu verbessern und Expertenwissen durch Darstellung oder Darbringung eines Produkts, einer Serviceleistung oder einer Information anderen zugänglich zu machen.
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des Sparkassen-Tourismusbarometers 2008 in Hannover. Die Übernachtungszahl stieg gegenüber dem Vorjahr in 2007 auf fast 33 Mio. Der Marktanteil lag zum zweiten Mal in Folge bei 9,7 Prozent. Damit hält Niedersachsen den vierten Platz im Ranking der Bundesländer. Die größten Zuwächse gab es im Oldenburger Münsterland mit 18,6 Prozent, im Reisegebiet Mittelweser mit 8,1 Prozent, im Braunschweiger Land mit 5,6 Prozent und im Emsland – Grafschaft Bentheim mit 5,1 Prozent. Allerdings haben vor allem die Städte zu dieser insgesamt positiven Entwicklung beigetragen, so Zeiner, dessen Institut die Studie gefertigt hat.

In der Gastronomie Niedersachsens muss nach Ansicht Zeiners ein Impuls zur Weiterentwicklung gesetzt werden. Die weitgehend fehlende Zielgruppenorientierung und der Mangel an Themengastronomie sind seiner Ansicht nach gravierend. Obwohl das Bundesland mit Spargel , Knipp oder Pfannenschlag, Bratkartoffeln, Kohl und Heidschnucken über genügend prägende Regionalprodukte verfügt, führen diese in den niedersächsischen Gaststätten eher ein Schattendasein und tragen nicht zur Identifikation bei – und das trotz guter Voraussetzungen seitens der Produzenten.

Auch dadurch ist die wirtschaftliche Situation nicht optimal. Für 2007 ermittelte das dwif bundesweit ein Umsatzminus von 2,9 Prozent. In Niedersachsen fällt der Rückgang bei einem UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
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von knapp 5 Mrd. Euro noch höher aus. 6,4 Prozent betrugen die Einbußen des Gastgewerbes.

Ausstattung und Ambiente in den Betrieben des Gastgewerbes sowie die Öffnungszeiten sind Schwachpunkte. „Eine durchgehend warme Küche von morgens bis nachts ist der Standard. In Niedersachsen merkt man davon nichts“, meint Manfred Zeiner.

Als ausbaufähig benennt das dwif erstmalig auch den Wassertourismus. Dort müssten mehr Angebote geschaffen werden. Die Reviere und Wasserwege bedürften einer Qualitätsverbesserung und einer besseren Erschließung. Und die gastronomische Versorgung auf Fahrgastschiffen hinke der allgemeinen Entwicklung weit hinterher. „Ein Würstl reicht dem Gast nicht mehr“, so der Tourismusexperte.

Nachholbedarf macht Zeiner zudem bei der Vernetzung der Anbieter aus. Bei allen zu schaffenden Angeboten sollte das Gastgewerbe bedenken, „der größte Konkurrent ist nicht mein Nachbar, sondern der sitzt eventuell in Mecklenburg-Vorpommern oder Holland. Andree Küsel

www.dwif.de


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