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Bayern

Gastronomen müssen mit ins Boot

Der Tourismusverband Ammersee-Lech will jeden beitragsmäßig in die Pflicht nehmen, der vom Tourismus profitiert

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/14 vom 3. April 2010
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LANDSBERG. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. In der „Großen Kleinstadt Landsberg“ – so steht es am Ortsschild – begreift man dies allmählich. Stadt und Landkreis mit rund 120.000 Einwohnern wollen nicht länger auf Zufallstouristen angewiesen sein. Die Touristiker weben eifrig ein entsprechendes Netzwerk.

Die Beteiligung könnte allerdings reger sein, das wünscht sich zumindest Landrat Walter Eichner, der sich als Erster Vorsitzender ehrenamtlich für den TourismusverbandInteressenszusammenschluss von Unternehmen und Körperschaften der Tourismusbranche -meist als internationaler/nationaler Dach- oder Fachverband.
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Ammersee-Lech engagiert. „Seit 2003 ist der Tourismusverband von 63 auf beinahe 200 Mitglieder gewachsen“, sagt dessen Geschäftsführerin Ulla Kurz. Nachdem die Beherbergungsbetriebe erfolgreich ins Boot geholt werden konnten, sind jetzt die Gastronomen an der Reihe. Als Profiteure des Tourismus im Landkreis Landsberg sollen sie – gegen einen fast schon symbolisch zu verstehenden jährlichen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro – ihrerseits den Verband unterstützen. Der finanziert sich aus Zuschüssen von Stadt und Landkreis, gibt laufend aktualisierte Prospekte heraus, verschickt Unterlagen an mögliche Gäste und betreibt die Homepage www.ammerseelech.de. Auf dieser sind 165 gastronomische Betriebe verzeichnet, Mitglieder ebenso wie Nicht-Mitglieder. „Wir wollen dem Gast eine vollständige Übersicht bieten“, sagt Alexandra Riedle vom Tourismusverband. „Und weil das die Gastronomen nichts kostet, sollten sie auch Mitglied werden.“

Rund 200 Gastronomen bat der Landrat Anfang zum Jahresbeginn mit einem persönlichen Brief um ihren Beitritt zum Tourismusverband. Resonanz: keine. „Darunter sind auch Betriebe, die an exponierten Lagen in Stadt und Landkreis ganz offensichtlich überproportional von auswärtigen Gästen profitieren“, schrieb Eichner daraufhin in einem offenen Brief an die Lokalpresse. Um dann gut eine Woche später erfreut festzustellen: „Einige nicht unbedeutende Betriebe sind jetzt doch Mitglied geworden.“

Zehn Anträge waren bis dato auf seinem Tisch gelandet. Den übrigen möchte Eichner weitere vier Wochen Bedenkzeit einräumen. „Es braucht ja nicht gerade jeder Kiosk dazu kommen“, sagt er, „aber die Lokale, bei denen die Reisebusse vor der Tür stehen und man sich anmelden muss, damit man einen Platz kriegt“. Die Großen also sollen mit ins Boot – die Höhe des Mitgliedsbeitrags dürfte da kein Hindernis sein.

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„Tourismus und Gastronomie sind sicherlich nicht die Leitwirtschaft in der Region“, sagt Walter Eichner, „Naherholung und Fremdenverkehr sind aber mit mehr als 400.000 Übernachtungen im Jahr nicht unbedeutend“. Als Vorsitzender des Tourismusverbandes sowie in seiner Eigenschaft als Landrat, ist es sein Ziel, die Region auf allen Gebieten wirtschaftlich zu stärken.

Nachdem der Verband im vergangenen Jahr eine Initiative zur DEHOGA
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-Klassifizierung der Beherbergungsbetriebe erfolgreich durchführte, nimmt Walter Eichner heuer die Gastronomen in die Pflicht – und wird als nächste die Einzelhändler um einen Obolus in Form des jährlichen Mitgliedsbeitrags bitten, wie er im Gespräch mit der AHGZ ankündigte. „Radfahrer kaufen ihre Brotzeit beim Metzger, der TouristPerson, welche an einen Ort reist, der nicht regelmäßiger Aufenthalts- oder Arbeitsort ist.
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kauft Zigaretten, Zeitschriften und Klamotten“, zählt Eichner auf. Weiter plant er Golf- und Minigolfplätze, Bootsverleiher und Fitnesseinrichtungen zum baldmöglichen Beitritt zu bewegen.

Eichner vergleicht den Tourismus im Landkreis – von der Stadt Landsberg über das dichte, gut ausgebaute Radwegenetz bis hin zu den Ammerseegemeinden – mit einem Mosaik. Dieses müsse aber noch fester zusammengefügt werden. „Wir müssen mit dem, was wir haben, stark aufgestellt sein“, appelliert Eichner an den Gemeinsinn.

„Wir müssen alle an einem Strang ziehen“, ist eines der Lieblings-Schlagworte des Landrats, egal ob er auf einer der vielen Bürgerversammlungen im Jahr spricht oder mit Vertretern der gastlichen Branche. Aus Überzeugung ist er deshalb bei einigen Tourismusmessen vertreten und verteilt wie kürzlich in Stuttgart oder demnächst in Bozen die Prospekte des Tourismusverbandes Ammersee-Lech. Ulrike Reschke



www.ammerseelech.de


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