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Bayern

Gold für den Besten

Der deutsche Jugendmeister Tohru Nakamura hat auf dem Weg zu seinem Sieg viel Unterstützung von seinen Lehrmeistern erhalten

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/51 vom 23. Dezember 2006
 Karin Gabler

MÜNCHEN. Als Tohru Nakamura mit 15 Messern und einem Koffer mit 50 Gewürzen nach Bonn aufbrach, hoffte er auf einen guten Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Der Koch-Azubi kehrte mit der Goldmedaille zurück.

Eine Auszeichnung, die nicht nur ihn, sondern auch seinen Berufsschullehrer Josef Reitsam, seinen Lehrmeister im Hotel Königshof München, Küchenchef Martin Fauster, und nicht zuletzt Susanne Droux vom BHG-Geschäftsbereich Berufsbildung riesig freute. Denn hinter dem Spitzenergebnis auf dem Bonner Petersberg steckt eine lange und intensive Vorbereitung, zu der alle ihren Beitrag geleistet haben.

Tohru Nakamura, der sich schon als Sechsjähriger für die Kochkünste sowohl seiner deutschen Mutter als auch seines japanischen Vaters interessierte, war seinem Lehrer an der Städtischen Berufschule am Simon-Knoll-Platz von Anfang an aufgefallen. „Man beobachtet seine Schüler natürlich auch unter dem Wettbewerbsaspekt“, erzählt Josef Reitsam „Dabei sind aber nicht nur fachliche Fertigkeiten gefragt, auch die menschliche Seite muss stimmen.“

Nicht ohne Grund. Schließlich haben Schüler und Lehrer gemeinsam ein riesiges Vorbereitungspensum zu absolvieren: Angefangen von theoretischen Studien mit Fachrechnen, Preiskalkulationen, Produktwissen und Warenkunde über Warenerkennung bis zum ständig praktischen Üben.

Reitsam mailte Tohru beispielsweise die letzten zwei Wochen vor der Meisterschaft jeden Tag rund 20 Fragen, die dieser bis zum nächsten Morgen zu beantworten hatte. Zudem wurden in der Schule oft am Wochenende Testmenüs für jeweils zehn kritische „Versuchskaninchen“ gekocht.

Dabei musste das Menü – so wie später im Wettbewerb – nach sechs Stunden für den Service fertig sein. Ergänzt durch Rezepterprobungen mit Martin Fauster im Hotel Königshof erfuhr der 23-Jährige insgesamt ein großes Maß an Unterstützung. „Alle haben mir unglaublich viel geholfen“, sagt der sympathische Münchner, der im dritten Lehrjahr zurzeit als Entremetier arbeitet und Ende Januar 2007 seine Prüfung macht.

Anschließend will der Goldmedaillengewinner erst einmal im Königshof bleiben. Aber freilich hat er Träume. Ein Sterne-Restaurant außerhalb der weiß-blauen Grenzen hat es ihm angetan. Später möchte er auch mal nach Frankreich, in die USA und natürlich nach Japan gehen. Der deutsche Jugendmeister: „Die Japaner legen beim Essen extrem großen Wert auf die Qualität der Produkte. Jeder Japaner ist bereit, dafür sehr viel Geld auszugeben.“

Diese Philosophie hat Tohru Nakamura ganz offensichtlich verinnerlicht. Für ihn sind nämlich jene Gerichte die besten, bei denen das Grundprodukt klar erkennbar ist. Dafür aber spielt er gerne mit Gewürzen. „Da hat er sogar mich manchmal überrascht und gefordert“, sagt Josef Reitsam.Karin Gabler


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