Vier Fragen an
Heike Strüwe
1. Frau Strüwe, ständig klingelt das Telefon – dreht sich bei Ihnen nicht alles im Kopf? Jüngst hat mich eine Dame am Telefon gefragt, ob ihre per Mail geschickte Zimmeranfrage nicht angekommen sei, sie habe noch keine Antwort. Ein schlechtes Gewissen hatte ich nur, bis ich gehört habe, wann die Mail abgeschickt wurde: 20 Minuten vorher. 2. Haben Sie weitere Beispiele für ein erhöhtes Anspruchsdenken? Zum Beispiel müssen 25 Fernsehsender zur Auswahl stehen. Und wer heute um 22 Uhr eincheckt, geht davon aus, dass die Küche noch geöffnet hat – früher fragte ein Gast zu diesem Zeitpunkt höchstens, ob er noch ein Schinkenbrot bekommen könne. Heute muss man als Hotelier viel beweglicher im Kopf und im Handeln sein, noch vor 10 oder 15 Jahren. 3. Welche Rolle spielt das Internet? Zum einen muss unsere Webseite natürlich immer auf dem neuesten Stand sein. Wenn da unter „Aktuelles“ eine Veranstaltung aus dem Jahr 2009 auftaucht, wirkt das unprofessionell. Zum anderen ist mit dem ganzen Social-Media-Bereich ein völlig neues Arbeitsfeld entstanden – und zwar ohne unser Zutun! 4. Sie mögen Social Media nicht? Wenn’s mal nicht so gut geschmeckt hat, suchte der Gast früher das Gespräch. Heute wissen die Facebook-Nutzer davon, bevor ich es weiß. Andersherum hat jüngst eine Frau via Facebook samt Foto vom Teller kundgetan, wie schön der Abend bei uns sei – während sie noch im Restaurant saß. Auch wenn wir keine Technik-Junkies sind, können wir vor Social Media und Bewertungsportalen nicht die Augen verschließen.


