Hessen Fein kochen mit Pfiff
Eduard Jaisler und Sabrina Schoregge positionieren Schlösschen Schönfeld mit Restaurant Park Schönfeld neu
KASSEL. Eduard Jaisler ist zurück in der Documenta-Stadt und hat sich viel vorgenommen. Zum ersten Mal leitet er ein eigenes Objekt, seine Lebensgefährtin Sabrina Schoregge an seiner Seite. „Wir werden hier im Schlösschen Schönfeld eine moderne Küche etablieren“, sagt er. Mit Küchenpartys, Weinverkostungen und Gastköchen will er auf sich aufmerksam machen.
Einen eigenen Kräutergarten hat sich der gebürtige Kasache bereits angelegt. Seine Produkte will er im Laufe der Zeit ausschließlich aus der Region beziehen. Derzeit baut er sich ein Lieferantennetzwerk auf. „Die Speisekarte soll klein und übersichtlich sein, jedoch stets ein saisonales Menü enthalten“, beschreibt Jaisler seine Ideen. So einfach wie möglich, so will er seine Gäste sieben Tage in der Woche verwöhnen. Mit gebackenem Ochsenschwanz mit geräucherten Süßkartoffeln und Frühlingslauch etwa – schnell zubereitet, aber stets mit Pfiff.
„Ich umschreibe unser Konzept gern mit dem Wort Herzlichkeit. Wir wollen Gastgeber sein, die Wünsche erfüllen“, sagt die Hotelfachfrau Sabrina Schoregge, die von Dortmund nach Kassel gekommen ist und hier mit Eduard Jaisler im Schlösschen Schönfeld Quartier bezogen hat. So können die beiden ihre Leidenschaft rund um die Uhr ausleben – das Restaurant ist mittags von 12 bis 14 Uhr und abends ab 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag gibt es von 11 bis 15.30 Uhr einen Familienbrunch. In der Woche soll sich zudem der Businesslunch etablieren, zum Beispiel eine leichte Spinatcreme, dann Lachstatar oder Frühlingssalat und hausgeräucherte Entenbrust, anschließend Kabeljau mit Senfkruste oder Maispoulardenbrust. Zum Dessert gibt es Erdbeeren Romanow und Tahiti-Vanilleeis.
Zum Team gehören Servicemitarbeiter und Köche, die bereits internationale Erfahrungen gesammelt haben und vorwiegend wegen Eduard Jaisler nach Kassel gekommen sind. Sein Ruf ist seiner Laufbahn geschuldet – nach der Ausbildung im Gutshof Kassel war er unter anderem Praktikant bei Nils Henkel im Schlosshotel Lerbach und später Küchenchef im Baltschug Kempinski in Moskau, in Walter’s Hof auf Sylt und im Hotel Royal SpaAuf körperlichem Wohlbefinden basierende Erholungseinrichtung in einem Hotel.
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In Nordhessen soll nun das Schlösschen Schönfeld seine Handschrift spüren: mit jedem Amuse bouche, den petit fours, den hausgemachten Desserts, der Weinauswahl sowie dem Geschirr und Besteck. Die ersten Akzente sind gesetzt. Das Restaurant wurde neu eingerichtet, die Säulen vergoldet, die Wände mit riesigen Wandbildern einer Kasseler Künstlerin gestaltet, mit deren Holzskulpturen der Raum ebenfalls verändert wurde.
Auch in der Küche hat Jaisler etliche Geräte erneuert. Die Investitionen trägt der Verein, der hinter dem Objekt steht. Er hat etwa 200 Mitglieder, der sich seit der Wiedereröffnung des Schlosses Schönfeld im Jahr 1992 um den Erhalt dieses Ortes bemühen.
Silke Liebig-Braunholz

