Hessen Oberforsthaus unterm Hammer
Hotelprojekt in der Schwebe: Weil sich kein Investor findet, droht Zwangsversteigerung
FRANKFURT/M. Für das Projekt „Courtyard by Marriott am Oberforsthaus“ sieht es schlecht aus. Im Sommer war ein erster Termin für die Zwangsversteigerung der Hotelbaustelle abgesagt worden, jetzt steht ein neuer Termin fest. Am 18. Januar soll das geschichtsträchtige Grundstück samt bröckelnder historischer Bebauung unter den Hammer kommen.
Die Hessische Landesbank als Gläubigerin hat den Termin beantragt. Der Verkehrswert wird auf knapp 3 Mio. Euro geschätzt. Das Grundstück mit der teilweise aus dem 18. Jahrhundert stammenden denkmalgeschützten Bebauung gehört Andrea Joos, der Tochter des Architekten Helmut Joos.
Die vor Jahren vorgestellten Pläne für ein Hotel waren gut angekommen und eine Baugenehmigung wurde erteilt. Allerdings fand sich kein Investor. Mit dem früheren Steigenberger-Bereichsvorstand Peter Schuffenhauer stand ein potenzieller Betreiber bereit, der mit Marriott bereits einen über 20 Jahre laufenden Pachtvertrag für ein Courtyard by Marriott vereinbart hatte. Die Baugenehmigung läuft im April ab. Ursprünglich sollte das 4-Sterne-Hotel mit 108 Zimmern im Herbst 2009 an der Mörfelder Landstraße in Betrieb gehen.
Im Oberforsthaus, 1729 erbaut, feierte einst auch Goethe und hat es als „Jägerhaus“ im „Faust“ verewigt. 1963 wurde das Haus teilweise abgerissen, ein Brand erledigte den Rest. Der noch bestehende Gebäudeteil, ein alter Pferdestall, sollte im Sinne des Denkmalschutzes „revitalisiert werden“: mit Restaurant, Konferenzräumen, Festsaal und Terrasse mit Biergarten. Daran angrenzend plante Bauherr Joos zwei Neubauten für 109 Zimmer und Suiten mit Fitness-Abteilung und Tiefgarage. bg

