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Feiern das Jubiläum: Direktorin Madeleine Marx mit (von links) Autor Ulrich Höhns, Architekt Volkwin Marg und Eigentümer Nikolaus Broschek

© Helmut Heigert

Hamburg

Hotelbetten statt Druckplatten

Jubiläum im „Hanse-Viertel“: Renaissance Hotel Hamburg seit 25 Jahren im ehemaligen Verlagshaus

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/48 vom 2. Dezember 2006
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HAMBURG. Wie sich die Zeiten ändern: Früher wurden in dem Haus an der Ecke Große Bleichen/Heuberg Zeitungen gedruckt. Seit 25 Jahren übernachten jedoch Hotelgäste in dem ehemaligen Druck- und Verlagshaus Broschek. Zum Jubiläum hat Madelaine Marx, Direktorin des Renaissance Hotels Hamburg, eine Broschüre über die architektonische Bedeutung des 80 Jahre alten Gebäudes herausgegeben. „Wer in einem historischem Gebäude ein Zimmer bucht, will auch etwas über die Geschichte des Hauses wissen“, sagt die Direktorin.

Eine kleine Plastik in der Nähe des Hoteleingangs erinnert an den Architekten des Gebäudes, Fritz Höger. Die Broschüre, die auch auf andere von Höger entworfene expressionistische Bauten in Hamburg aus den 1920-er Jahren hinweist, wird künftig auf allen 205 Zimmern und Suiten ausliegen. „Durch den historischen Bau haben wir 60 unterschiedliche Zimmertypen“, fügt Madeleine Marx hinzu.

Ursprünglich sollte anstelle des Verlagshauses ein Kontorhaus entstehen. Doch als das Gebäude Anfang der 1980-er Jahre im Rahmen der Eröffnung des „Hanse-Viertels“ von dem Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner umgebaut wurde, waren Kontorhäuser nicht mehr so stark gefragt. Als das Hotel 1981 als Ramada Renaissance Hotel eröffnet wurde, war es erst das fünfte Luxushotel in der Hamburger City. „Schon damals gab es die Diskussion, dass es zu viele Hotelbetten in Hamburg gebe“, erzählt die Direktorin.

Das Hanse-Viertel entwickelte sich im Laufe der Jahre zur „Lokomotive“ für viele weitere Einkaufspassagen in der Hansestadt. Und der Erfolg des Hotels wirkte als Initialzündung für weitere Hotelprojekte in der City. Seit 1997 gehört das Hotel zur Marriott-Gruppe. Madeleine Marx: „Das Haus passt zu unserer Markenstrategie, nach der jedes Hotel seine eigene Geschichte pflegen soll.“

Künftig soll nach Angaben der Direktorin die Geschichte des Hauses auch im Inneren des Hotels noch stärker sichtbar werden. So wurden alle kleineren Hotelzimmer von „Economy“ in „Broschek“ umbenannt. Auch einer der Tagungsräume weist durch seinen Namen „Hamburger Fremdenblatt“ auf die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes hin. Im kommenden Jahr sollen 2 Mio. Euro in die Neugestaltung der Hotelhalle und des Restaurants Esprit investiert werden. Dabei soll eine Innenarchitektin die Themen Architektur und Expressionismus, Druck und Verlag gestalterisch umsetzen. Denn das Restaurant Esprit sei mit seinem englisch-hanseatischem Stil in die Jahre gekommen. Madeleine Marx: „Es wird Zeit, den Stil zu erneuern.“Helmut Heigert


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