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Zerstörerische Kraft: Das Feuer breitete sich rasch aus Foto: Feuerwehr Utting

Hotellerie

Hotelbrand im Gasthaus Staudenwirt in Finning

19. Oktober 2009
von Ulrike Reschke

FINNING. Im Thekenbereich des Gasthauses Staudenwirt in Finning, das bei Ausflüglern für seine Brathendl bekannt ist, und über 17 Gästezimmer verfügt, ist in der Nacht von Montag auf Dienstag der vergangenen Woche (12./13. Oktober) ein Feuer ausgebrochen. Schnell griff dieses auf die Küche über. Die 15 Hotelgäste und die vierköpfige Wirtsfamilie wurden von insgesamt zehn alarmierten Feuerwehren mittels Leitern und Drehleitern von Balkonen und über das Dach gerettet.

Im Hoteltrakt war der Fluchtweg über das Treppenhaus durch die starke Rauchentwicklung zu diesem Zeitpunkt bereits versperrt. Fünf Personen erlitten leichte Verletzungen und konnten ambulant vor Ort behandelt werden. 170 Brandschutzleute, darunter einige Atemschutztrupps, und 30 Helfer des Roten Kreuzes waren im Einsatz.

Die Wirtsfamilie kam noch in der gleichen Nacht bei Verwandten unter. Die Hotelgäste wurden vom Notfallseelsorger Pater Kornelius im Exerzitienhaus der Erzabtei St. Ottilien untergebracht.

Entdeckt hatte das Feuer durch einen Zufall die Seniorchefin des Hauses, Mathilde Clostermann. Sie hatte nicht schlafen können und war deshalb gegen 0.30 Uhr noch im Haus unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt war die Glastür zum Gastraum bereits angesprungen und sehr heiß, wie ihr Enkel Michael Strobl berichtete.

Er ist Kommandant der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr und reagierte sofort richtig, nachdem ihn seine Großmutter als Ersten geweckt hatte. Strobl verständigte die Rettungsleitstelle und weckte die sechs im Altbau untergebrachten Gäste, während seine Großmutter die im Neubau wohnenden Gäste auf das Dach führte.

Die Brandursache war vergangene Woche noch ungeklärt. Polizei und Feuerwehren vermuteten anfangs eine glimmende Zigarette im Mülleimer als Auslöser. "Kurz vorher waren die Aschenbecher geleert worden", sagte Michael Strobl. Weitere Untersuchungen ergab jedoch, dass auch ein technischer Defekt in einem Weinkühlschrank oder ein Kabelbrand im dahinter liegenden Bereich in Frage kommen kann. "Brandstiftung kann man ausschließen, außer es war jemand aus dem Haus", sagte Michael Strobl.

"Wenn alles gut läuft", so Michael Strobl, bleibt der Staudenwirt für die Renovierung acht Wochen geschlossen. Den Sachschaden siedelte er zwei Tage nach dem Brand "im dreistelligen Tausenderbereich" an, ab 100.000 Euro aufwärts etwa. Die Familie hofft nun, dass die übrig gebliebenen Seiten des Reservierungsbuches schnell trocknen. So könnten zumindest einige Gäste noch verständigt werden.

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Familie ; Norddeutschland
Familie ; Norddeutschland

07.11.2009 um 18:06

Betreff: Brand Staudenwiet

Hallo liebe Redaktion, da wir als Familie dabei waren, wissen wir leider, wie es wirklich war. Wir haben im Neubau geschlafen, sind durch Zufall wach geworden und haben uns selber und die anderen Gäste geweckt. Wir mussten uns auf das Dach retten, wo der Fluchtweg unterwegs aufhörte. Es gab keine Rauchmelder und keine Alamierungsmöglichkeit, Gäste bei Rauch zu warnen! Geweckt hat uns keiner, geschweige denn auf das Dach geführt. Ging ja nicht mehr wie sie selber schreiben, den die Treppenhäuser waren nicht mehr passierbar. Es wäre schön, wenn nach der Brandsanierung wenigstens ein Paar Rauchmelder angebracht werden würden. Wären welche vorhanden gewesen, hätte sich der Brand vermeiden lassen.

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