Berlin
Hotelbutler erfüllt Hundeträume
Gästen auf vier Pfoten wird im Ritz Carlton Hotel Berlin fast jeder Wunsch von der Schnauze abgelesen
BERLIN. Sie begegnen sich auf Augenhöhe. Denn er hat es überhaupt nicht gern, wenn man auf ihn herabschaut. Auch ein zu langes Anstarren könnte als störend oder gar provozierend empfunden werden. Da kommt es auf das richtige Fingerspitzengefühl an. Der Gast ist König im Ritz Carlton Hotel Berlin am Postdamer Platz - auch der vierbeinige.
Für den besten Freund des Menschen hat sich das Luxushotel einen besonderen Service einfallen lassen: den Hundebutler. Dieser soll sich um das Wohl des tierischen Gastes kümmern, ihm jeden Wunsch erfüllen, sowie Hundeblick und Körperhaltung richtig deuten.
Für diese Aufgabe hat man zwei Hotelpagen auserkoren, die einen Tag lang von einer Hundetrainerin eingewiesen wurden. „Vormittags lernten wir alles, was man so über die verschiedenen Rassen wissen sollte, am Nachmittag gab es dann den praktischen Teil, bei dem erklärt wurde, wie man mit dem Hund umgeht“, sagt Patrick Wessel, einer der Hotelpagen. Bereits seit Anfang 2006 bietet das Hotel diesen Service und „er kommt sehr gut an“, weiß Wessel. Viele Stammgäste freuen sich, dass ihr Liebling nun auch eine besondere Betreuung erfährt.
Bereits vor Ankunft des vierbeinigen Gastes bereitet Patrick Wessel das jeweilige Zimmer vor. Es wird mit Hundekorb ausgestattet. Dann erhält jeder Hund einen Napf aus Brotteig, in dem allerlei Leckereien auf ihn warten. „Wenn wir den Namen des Tieres rechtzeitig wissen, wird der sogar auf die Knochen eingraviert“, weiß der Bellobutler. Und dann darf nicht das Hundemenü fehlen: Verschiedenste Gerichte sind dort aufgelistet, die jedem Vierbeiner das Wasser in der Schnauze zusammenlaufen lassen. Erlesene Speisen wie Pute mit Reis oder auch andere Fleischsorten werden auf Wunsch in der Hotelküche zubereitet. So ist beim Eintreffen des Gastes alles gewappnet. Patrick Wessel lässt sich bereitwillig beschnuppern und erhält wichtige Informationen über Vorlieben, Allergien oder Eigenarten des Hundes. Die beiden freunden sich an, da gibt es später keine Komplikationen mehr.
„Aus versicherungstechnischen Gründen dürfen wir aber nicht Gassi gehen oder Hunde-Sitting machen“, erklärt der junge Page. Damit werden auswärtige Agenturen beauftragt. Er selbst könne aber die Koordination übernehmen, ebenso wie die Vereinbarung von Friseurterminen für Bello opder Susi. Außerdem kennt er sich mittlerweile in der Stadt bei Hundemodeboutiquen aus und kann Empfehlungen abgeben.
Bisher habe es keine besonderen Vorkommnisse mit den Vierbeinern gegeben, darunter waren Windhunde, Dalmatiner und Mopse. Manchmal sei er erstaunt von der Intelligenz der Hunde. „Der Hund von Entertainer Harry de Winter, der bei uns Stammgast ist, kann sogar Englisch“, erzählt Patrick Wessel. Ein Hund habe ihn jedoch schon einmal gebissen: Das war der Dackel seiner Eltern.
Carla Marconi
www.ritzcarlton.com

