Hamburg
Huldigung an Hemingway
Im gleichnamigen Lokal in Blankenese gibt es neben seinen Lieblingscocktails auch ausgesuchte Weine
HAMBURG (hh). Trinker, Frauenheld, Großwildjäger – um den Schriftsteller Ernest Hemingway ranken sich viele Legenden. „Er ist einer meiner Lieblingsschriftsteller“, sagt Jörg Ruschke, Inhaber des neuen Lokals „Hemingway“ in der Blankeneser Hauptstraße. Der Literaturagent hat sich mit dem Lokal im Blankeneser Treppenviertel einen Jugendtraum erfüllt. Gemeinsam mit dem Schauwerbegestalter Thomas Wefer betreibt er das Café, Bar und Bistro mit 55 Plätzen in dem Nobelstadtteil der Hansestadt. Im Sommerhalbjahr finden zusätzlich bis zu 20 Gäste auf einer Terrasse Platz. Frauenportraits aus den 1930-er Jahren hängen an den Wänden. Eine Büste des Schriftstellers steht auf einem Fensterbrett. Ein Kamin sorgt im Winter für wohlige Wärme. Viele Prominente, die in dem Stadtteil an der Elbe wohnen, kommen in das gemütliche Lokal. „Wir wollen aber keine Stammkneipe werden“, fügt der Gastronom hinzu.
Auf der Speisekarte stehen Kleinigkeiten wie Tapas, Käseplatten oder Apfel-Zimt-Törtchen zu Preisen, die alle unter 10 Euro liegen. „Die Blankeneser gehen sehr vorsichtig mit ihrem Geld um“, sagt Ruschke. Nachmittags gibt es Kuchen und Kaffeespezialitäten. Die Weinkarte hat Ruschke gemeinsam dem mit Sommelier der Sansibar auf Sylt erarbeitet. Auf der Cocktailkarte stehen auch die Lieblingsdrinks von Hemingway „Mojito“ und „Daiquiri“. Während seines Aufenthalts auf Kuba soll der Schriftsteller täglich mindestens einen dieser Cocktails genossen haben – darunter einen ”Daiquiri especial”, der an Stelle von Limetten- mit Grapefruitsaft und besonders viel Rum serviert wird. Der Gastronom will künftig auch Filme in seinem Lokal zeigen. Ob „Wem die Stunde schlägt“ mit Ingrid Bergmann und Gary Cooper, „Schnee am Kilimandscharo“ mit Ava Gardner und Gregory Peck oder „Der alte Mann und das Meer“ mit Spencer Tracy – „viele von Hemingways Romanen wurden bereits zu seinen Lebzeiten verfilmt“, sagt Ruschke. Der Literaturagent nutzt seine vielfältigen Kontakte zu Autoren auch zu regelmäßigen Lesungen in seinem Lokal. Zwar könne er Hemingway nicht mehr einladen, der seinem Leben 1961 mit einem Jagdgewehr ein Ende setzte. Die Lebensphilosophie des Schriftstellers werde aber im Hemingway weiter gepflegt. Ruschke: „Wir trinken und feiern hier gern gemeinsam mit unseren Gästen.“

