Branchenpolitik
IHK-Tourismusausschuss fordert Senkung der Mehrwertsteuer
von Stephan Rudolph-Kramer
ROSTOCK. „Die ermäßigte Mehrwertsteuer bedeutet für das deutsche Gastgewerbe kein Privileg, sondern eine längst überfällige Gleichstellung mit den Hoteliers in den EU-Staaten“, hat jetzt der Vorsitzende des Tourismusausschusses der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK), Jörn Weiß, auf einer Tagung betont.
In der Gastronomie wenden bereits elf EU-Staaten den ermäßigten Mehrwertsteuersatz an. Frankreich will zum 1. Juli 2009 einen Mehrwertsteuersatz von 5,5 Prozent einführen. Finnland und Belgien planen ebenfalls die Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Kunde in Deutschland für ein Baguette, das mitgenommen und am Arbeitsplatz verzehrt wird, mit sieben Prozent Mehrwertsteuer und ein im Restaurant verspeistes Baguette dagegen mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt wird“, sagt Weiß.
Der Tourismusausschuss fordert daher faire steuerliche Rahmenbedingungen, damit sich die Branche in Zukunft im fairen Wettbewerb um Gäste und Urlauber aus dem In- und Ausland behaupten kann. Das nutze auch anderen Branchen in Mecklenburg-Vorpommern.
Eine Strukturreform der Mehrwertsteuer sei schon lange überfällig, werde jedoch realpolitisch nicht angegangen. „Wir brauchen die ermäßigte Mehrwertsteuer jetzt und nicht in einigen Jahren“, forderte Weiß zum Abschluss der Tagung.
