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Zurück in Berlin: Thorsten Ries arbeitete in den 90er Jahren im Four Seasons Foto: Hotel

Berlin

In Qatar ticken die Uhren anders

Der neue General Manager des Ritz-Carlton Thorsten Ries hat die letzten sechs Jahren im Mittleren Osten gearbeitet

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/38 vom 22. September 2007
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BERLIN. Potsdamer Platz 3! So lautet die Adresse in Thorsten Ries’ druckfrischen Personalausweis. Der neue General Manager des Ritz-Carlton Berlin kann es noch kaum glauben, wie schnell er alle bürokratischen Etappen in der Hauptstadt durchlaufen konnte. „Ich habe die letzten sechs Jahre im Mittleren Osten verbracht und hatte nichts mehr. Entweder waren die Dokumente abgelaufen oder ich hatte sie verloren wie meinen Führerschein“, erläutert Ries. „Ich benötigte alles neu.“

So kam der gebürtige Pfälzer auch an die prominente Adresse. „Ich werde die erste Zeit hier im Hotel wohnen, bis ich für mich und meine Familie eine schöne Wohnung im Berliner Süden gefunden habe“, erzählt der Hoteldirektor. Ries ist mit einer Berlinerin verheiratet und hat einen kleinen Sohn – Frau und Kind wohnen zur Zeit noch bei der Schwiegermutter im Grunewald.

Überraschender Wechsel

Der Wechsel von Qatar, wo Ries zuletzt das dortige Ritz-Carlton Doha leitete und zwischenzeitlich auch für die Eröffnung des Sharq Village & Spa in Sharm El Sheikh, Ägypten verantwortlich war, kam für den 41-Jährigen überraschend. Denn Rainer J. Bürkle, sein Vorgänger als Generaldirektor in Berlin, war kurzfristig als Area Vice President nach China berufen worden, wo er neben der Leitung des The Portman Ritz-Carlton Shanghai auch für die anderen drei bestehenden und die sechs weiteren geplanten Häuser verantwortlich zeichnet.

So ereilte Thorsten Ries der Ruf nach Berlin, wo er als Area Vice President nun auch Verantwortung für die Hotels in Wolfsburg, Istanbul und Moskau übernimmt. Die Hauptstadt ist für den gelernten Hotelkaufmann, der seine Ausbildung im Münchner Hotel Vier Jahreszeiten absolvierte und später noch die Höhere Handelsschule besuchte, längst kein Neuland. „Eigentlich kenne ich Berlin wie meine Westentasche, schließlich war ich schon in den 90er Jahren als Verkaufs- und Marketingdirektor im damaligen Four Seasons am Gendarmenmarkt tätig“, berichtet der neue Generaldirektor, „bevor mich dann der damalige Ritz-Carlton-Präsident Horst Schulze mit einem nächtlichen Anruf für das Regionalbüro Frankfurt abgeworben hat und um noch ein wenig im damaligen Schlosshotel Grunewald zu helfen.“ Ries’ jetziger Eindruck von Berlin ist, dass die Stadt in den letzten 10 Jahren explodiert sei, selbst in Qatar spreche man zum Beispiel von den großen Ausstellungen.

Vom Geschäftsverlauf des Hauses am Potsdamer Platz konnte sich der Manager schon einen ersten Eindruck verschaffen und ist bisher sehr zufrieden. „Der Sommer läuft erstaunlich gut. Die Auslastung liegt in diesem August um 17 Prozent höher als im vergangenen Jahr“, freut sich Thorsten Ries. Das Hotel am Potsdamer Platz erziele zur Zeit eine durchschnittliche Auslastung von 70 Prozent bei einem durchschnittlichen Netto-Zimmerpreis von 210 Euro, so Ries.

Im nächsten Jahr möchte der Generaldirektor die Auslastung auf 74 Prozent bei einer durchschnittlichen Zimmer-Rate von 230 bis 240 Euro steigern. Dabei sollen ihm auch seine guten Kontakte in den Orient helfen. „Ich werde die Emirate bereisen und dort etwas für unser Haus tun, um noch mehr arabische Gäste zu uns zu holen“, beschreibt Ries einen seiner Vorsätze, um die Marktposition des Ritz-Carlton Berlin auf dem arabischen Markt auszubauen.

Vitrum soll bekannter werden

Erfolge kann der Manager, der jeden Morgen im Tiergarten joggt, schon jetzt vorweisen: Außer einem kuwaitischen Prinzen hat sich auch eine qatarische Prinzessin mit ihrem gesamten Stab gleich für zwei Monate am Potsdamer Platz einquartiert. Als größte Unterschiede zu Berlin nennt Ries als erstes das in Qatar optimale Verhältnis von Mitarbeitern zu Gästen von vier zu eins, als zweites die in Qatar übliche Sechs-Tage-Woche und als drittes, dass dort das Hotelleben erst abends richtig los geht. „Hotels werden dort noch viel intensiver für das gesellschaftliche Leben genutzt als hier“, so Ries. Unterstützung bekommt Ries seit Anfang September von einer neuen Hotelmanagerin an seiner Seite. Edith Gerhard kam aus dem Mandarin Oriental in Hongkong, stand aber zuvor auch schon einmal in den Diensten von Ritz-Carlton.

Seine knappe Freizeit verbringt Thorsten Ries am liebsten ruhig mit seiner Familie. Und er geht leidenschaftlich gerne gut essen. Daher möchte er Thomas Kellermann, Sternekoch im Ritz-Carlton-Restaurant Vitrum, auch besonders fördern. „Ich möchte ihn in der Stadt noch bekannter machen, seine Küche hat es verdient“, zeigt sich der Manager begeistert. Nächstes Jahr soll der Sternekoch daher nicht nur im Vitrum am Herd stehen, sondern auch bei ausgewählten „upscale-VIP-Events“ wie etwa einem privaten Empfang in einer Botschaft für Ritz-Carlton im Einsatz sein.Uwe Lehmann

www-ritzcarlton.com

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