Rheinland-Pfalz
Initiative für Weiterbildung
Neues Unternehmen: Gesellschaft für Unternehmenskommunikation will Ausbildungsoffensive in der Gastronomie fördern
ALTRIP. „Anscheinend geht in vielen kleinen und mittelständischen gastronomischen Betrieben nichts mehr ohne Beistand von außen – auch in der Ausbildung“, so jedenfalls das Fazit von Dietmar Scherer.
Der erfahrene Ausbilder hat nun zusammen mit Simone Rose, Bettina Weis und Sascha Klein die „Gesellschaft für Unternehmenskommunikation im Hotel- und Gastronomiebereich“ gegründet. Seine Mitstreiter sind ihrerseits qualifizierte Hotelbetriebswirte mit Lehramt an Berufsbildender beziehungsweise staatlicher Hotelfachschule oder Corporate Designer mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen.
Mit ihnen will Scherer eine Ausbildungsoffensive in der Gastronomie starten. Im so genannten „4berater“-Team haben sich die vier Dienstleister zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Sie wollen für Einsteiger ins Gastgewerbe, Quereinsteiger ohne gastronomiebezogene Ausbildung, vor allem aber für eine adäquate Nachvermittlung von Auszubildenden verschiedene Module anbieten.
Ihre Themen kommen aus den Fachbereichen Aus- und Weiterbildung, Betriebsanalyse, Event-Beratung, Mitarbeiterführung, Corporate Identity, Corporate Design und digitale Medien. Das große Angebot an Modulen für Auszubildende hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) der Pfalz und den DEHOGA Rheinland-Pfalz bewogen, die Arbeiten von Scherer und seinen Kompagnons zu unterstützen. Beide Institutionen haben für deren Flyer ihre jeweiligen Logos zur Verfügung gestellt.
Dass bei Aus- und Weiterbildung nach wie vor eklatante Defizite zu beklagen sind und deshalb Handlungsbedarf besteht, ist für IHK und Verband unumstritten. „Gastronomie und Dienstleistung – sollte nicht endliche zusammenfinden, was zusammen gehört?“, so fasst es Scherer zusammen. Wie könne es angehen, dass in Deutschland – angesichts einer im Vergleich zum Ausland guten Schulausbildung – Dienstleistung in der Gastronomie überhaupt ein Thema sein kann?
Die Dienstleister sehen sich in der deutschen „Servicewüste“ als ein Häuflein Aufrechter. Ihr Ehrgeiz: mit missionarischem Eifer gegen die allseits beklagte „Wurstigkeit“ im Gastgewerbe anzugehen. In Tagesseminaren können sich nicht nur Branchenfremde oder wenig geschulte Fachkräfte weiterbilden. Auch für Existenzgründer ohne fachliche Vorkenntnisse oder für Interessenten, die sich von der breiten Masse abheben wollen, bietet das Unternehmen Schulungen an.
Bislang gibt es 17 Module. Zu den Schwerpunkten zählen zum Beispiel die Unterstützung bei der Gewinnmaximierung, effektive Personaleinsatzplanung, Umstrukturierung eines Betriebes, positives Erscheinungsbild eines Unternehmens, Aus- und Weiterbildung oder Mitarbeiterführung. Bei Bedarf arbeiten die vier Berater mit Spezialisten aus den Bereichen Finanzierung und Sanierung, Recht, Steuern oder Kommunikationstechnik zusammen. „Wir vier können nicht alles wissen, deshalb holen wir uns adäquate Hilfe von Experten“, so Scherer im Gespräch mit der AHGZ.
„Solche Schulungen kosten nicht viel Geld und sichern Qualität und Glaubwürdigkeit“, unterstreicht er. Genau diese Kriterien, Qualität und Glaubwürdigkeit, hätten sich in der brancheninternen Diskussion in letzter Zeit zu Schlüsselbegriffen entwickelt. Zunehmende Schwierigkeiten im Gastgewerbe, das vor allem im Dienstleistungsbereich zu einem gewissen Wildwuchs neige, zeigten die Bedeutung von Personalschulungen. Eine unumgängliche Bedingung zur Wahrung von Qualität sei das Standing, zur richtigen Zeit in Weiterbildung zu investieren. Reine Prüfungsvorbereitungs-Module wolle man daher nicht anbieten. Heinz Feller
www.4berater.de
