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Genießt Weltruf: 160 Zimmer, fünf Restaurants und ein klangvoller Name – das Raffles Hotel Vier Jahreszeiten Foto: Helmut Heigert

Hamburg

Institution an der Binnenalster

Raffles Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg 110 Jahre alt / Gerüchte um möglichen Verkauf nimmt Direktor Peters gelassen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/13 vom 31. März 2007
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HAMBURG. „Mondänstes Hotel in Deutschland“ und „Chefhotel des Jahres“ – Ingo C. Peters hat schon viele Preise für das Raffles Hotel Vier Jahreszeiten entgegen genommen. Seit zehn Jahren steuert er den Kurs des Grandhotels am Neuen Jungfernstieg, das in diesem Jahr seinen 110. Eröffnungstag begeht. Ein Grund zum Feiern ist der 110. „Geburtstag“ seines Hauses für Peters nicht: „Wir feiern erst wieder das Jubiläum zum 125.“

Friedrich Haerlin hatte 1897 das Hotel zu den Vier Jahreszeiten an der Binnenalster ersteigert. Das damals noch recht unscheinbare Haus besaß nur elf Zimmer und drei Bäder. Doch im Laufe der Jahre ließ der Schwabe das Hotel zum Grandhotel erweitern, in dem die High Society in der Hansestadt nächtigte.

1989 verkauften Haerlins Erben das Hotel für umgerechnet mehr als 100 Mio. Euro an die japanische Aoki Cooperation. Doch bereits 1997 wechselte das 5-Sterne-Hotel für rund 40 Mio. Euro zur Hotelkette Raffles International & Resorts in Singapur. Damals übernahm auch Peters mit 35 Jahren das Kommando, der 1982 als Page dort seine Karriere begonnen hatte. Seitdem hat Peters das Hotel mit 160 Zimmern und fünf Restaurants von Grund auf renoviert. In den Untergeschossen entstanden die Restaurants Doc Cheng’s und Raffles Deli. Und der ehemalige Dachboden wird jetzt vom Wellnessbereich Amrita Spa genutzt. Durch geschicktes Management hat Peters das Hotel auch durch die Krise nach dem 11. September 2001 geführt. Auch wenn das Hotel, das zur Selektion Deutscher Luxushotels gehört, in den vergangenen beiden Jahren wieder gut verdient hat, bereitet sich Peters durch Investitionen bereits auf einen möglichen Abschwung in der Hamburger Hotellerie vor. „Die Hochkonjunktur wird nicht ewig anhalten“, sagt er. (Seite 8)

Die Gerüchte um einen möglichen Verkauf seines Hauses nimmt der Direktor gelassen. Ein Hamburger Investor, dem auch die beiden Nachbargebäude gehören, will das Hotel erwerben. Derzeit gehört das 5-Sterne-Hotel zu jeweils einem Drittel der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Colony Capital und zu zwei Dritteln der Kingdom Holding International. „Bisher gibt es von unserer Seite keine Verkaufsabsichten“, sagt Peters.

Der Direktor plant der Tradition des Hauses verbunden in längeren Zeiträumen. So hat Peters auch in den Weinkeller, der unbeschadet beide Weltkriege überstand, wieder kräftig investiert. Bis zu 70.000 Weinflaschen können in den Katakomben lagern. Vor kurzem hat er mit einem Kollegen anlässlich des 110. Eröffnungstags einen seiner „Schätze“ getrunken, der mit einem Preis von 250 Euro auf der Weinkarte steht. Peters: „Ich hatte den Wein vor ein paar Jahren für 45 Mark eingekauft.“Helmut Heigert

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