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Wo Spartaco ist, sind schöne Frauen nicht weit – auch wenn der Gladiator dieser Tage in sein siebtes Lebensjahrzehnt geht Foto: Tanzer

Thüringen

Italienischer Platzhirsch auf dem Rückzug

Spartaco Pitanti übergibt sein „Paganini“ im Erfurter Gildehaus an Salvatore Sauna

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/47 vom 26. November 2005
von Ekkehard Tanzer

ERFURT Der Gladiator der italienischen Gastronomen in der Region zieht sich aus der Arena zurück: Spartaco Pitanti, der allein in der Landeshauptstadt mehrere Lokale übernommen und auf seine Weise geprägt hat, will nun die Früchte seiner geschäftlichen Tätigkeit genießen. Der Einzug ins Gildehaus (in dem die Handwerkskammer Erfurt residiert) vor zehn Jahren sicherte dem Italiener eine im doppelten Wortsinn günstige Marktposition. Die zentrale Lage gleich schräg gegenüber dem Rathaus führte dazu, dass fast niemand an der Paganini genannten Gaststätte mit ihren insgesamt bis zu 400 Plätzen und den Offerten der Küche vorbeikam. Trotz der Nähe weiterer italienischer Restaurants. In der nahen kleinen Schuhgasse war es die Trattoria La Grappa, mit der Pitanti sein Territorium markierte. An anderer Stelle des historischen Stadtzentrums, an der Langen Brücke, gehört zu seinen gastronomischen Niederlassungen Il Mulino. Und wieder ein Stück weiter, auf dem Anger, zeigte er mit dem Eiscafé Polo, wie er die Bewohner und Besucher Erfurts mit kalten Genüssen erwärmen will.

Bis auf die „Mühle“ hat er diese Objekte inzwischen vollständig aus seinen Händen gegeben. In Thüringen läuft als Pitanti-Restaurant noch das Objekt Versilia im Zentrum der Klassikerstadt Weimar. Bruder Fabrizio Pitanti sorgt dort mit seinen Kochkünsten für Zufriedenheit der Gäste.

Doch auch in anderen Teilen Deutschlands hat Pitanti seine Spuren hinterlassen und er nennt das Fra diavolo am Leipziger Burgplatz sowie eine Gaststätte im Hauptbahnhof. Seit wenigen Wochen könnten Besucher des Saaleparks an der Autobahn-Abfahrt Leipzig-West eine neue Pizzeria-Variante erleben. Dergleichen ist auch für Baden-Baden geplant.

Generell habe er sich zur Regel gemacht, die Kaufobjekte jeweils nach vier bis fünf Jahren wieder abzugeben. Minusgeschäfte macht der Patrone dabei allerdings nicht. Doch auch seine Geschäftspartner und Nachfolger demonstrieren, dass sie mit ihm generell keine schlechten Geschäfte gemacht haben. Salvatore Sauna etwa, der sich seit einiger Zeit in der Brauerei-Gaststätte Waldkasino am Rande des Steigerwalds, also des zunehmend frequentierten Naherholungszentrums von Erfurt, gastronomisch betätigt. Er hat dort das „Rossini“ mit Erfolg aufgewertet und dem Verkehrsknotenpunkt am Erfurter Anger durch das „Roma“ mit ungeahnter Rasanz italienisches Flair von Format beigefügt. Nun kann und muss der namentlich weniger bekannte Gastwirt im prächtigen Gildehaus zeigen, dass er seinem Vorgänger mindestens ebenbürtig ist. Zumal dieser bislang keine Ambitionen hat, sich aus der Region zurückzuziehen.

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