Schleswig-Holstein
Jedem Schiff sein Ständchen
Das Ostseeheilbad Travemünde verspricht sich von einer Schiffs-Grußanlage eine deutliche touristische Belebung
LÜBECK/TRAVEMÜNDE. Noch in diesem Sommer wird im Travemünder Hafen eine Anlage installiert, die alle einlaufenden Schiffe willkommen heißt und die auslaufenden verabschiedet. Mit den Kreuzfahrern wird zunächst der Anfang gemacht. „Sobald man ein wenig Erfahrung gesammelt hat, werden auch die Fährschiffe begrüßt, die regelmäßig zwischen Skandinavien und Lübeck verkehren“, so der Initiator, der Travemünder Verkehrsverein, gegenüber der AHGZ.
Zur Begrüßung der Schiffe soll über zwei Lautsprecher die neue Travemünde-Hymne „Lady Passat“ ertönen. Das Band stellt der Passat-Chor zur Verfügung, der die Melodie intoniert hat. Der Text ist eine Reminiszenz an die Viermastbark „Passat“, die 1960 am Lübecker Priwall für immer vor Anker gegangen ist.
Schräg gegenüber der „Passat“wird die Übertragungsanlage platziert. Gleich daneben der Imbiss Backskiste, deren Pächter, das Ehepaar Ruge-Viola, die Einrichtung betreiben wird. Die Installationskosten: rund 5000 Euro.
Doch neben der musikalischen Begrüßung und Verabschiedung der Schiffe und der Flaggenparade sollen interessierten Besuchern Travemündes auch Details über die Schiffe erfahren.
Bleibt die Frage, ob sich denn der Aufwand überhaupt lohnt? „Ganz bestimmt“, ist der Verkehrsvereinsvorsitzende und engagierte Gastronom Wolfgang Büchtmann überzeugt, der auf den wachsenden Schiffsverkehr in Deutschlands größtem Fährhafen verweist. Und die Statistik gibt ihm Recht: Laut Wirtschaftsbehörde Lübeck wurden hier 2006 – einkommend und auch ausgehend – mehr als 8200 Schiffe registriert.
„Vor allem aber bedeutet die neue Schiffs-Grußanlage eine zusätzliche touristische Attraktion für Travemünde. Das wird bestimmt viele Besucher anlocken“, ist sich Wolfgang Büchtmann sicher. „Es ist ja unser Hauptanliegen, noch mehr Gäste in unserem schönen Ostseeheilbad begrüßen zu können. Vor diesem Hintergrund wird gerade ein Leitfaden für Tourismus erstellt, ein sogenannter Masterplan, der Travemünde weitere Möglichkeiten aufzeigen wird, sich künftig noch besser touristisch zu profilieren.
Heinz-Joachim Zinke

