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So wird’s gemacht: Ausbilder Sven Heermann (links vorn) achtet darauf, dass die Azubis nichts anbrennen lassen Foto: Mathias Thurm

Hamburg

Jeder soll seine Chance bekommen

Benachteiligte Jugendliche werden im Grone Bildungszentrum zu Fachkräften für Hotellerie und Gastronomie ausgebildet

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/42 vom 21. Oktober 2006
von

HAMBURG. Die positiven Schlagzeilen machen andere: Das Hamburger Gastgewerbe glänzt seit Jahren mit einer wachsenden Zahl von Lehrstellen. Doch einer der größten Ausbildungsbetriebe der Stadt ist bisher kaum in Erscheinung getreten: das Grone Bildungszentrum für Gastronomie und Ernährung.

Hohe Erfolgsquote

Insgesamt 93 Jugendliche lernen dort derzeit einen gastronomischen Beruf. Nicht nur das. Alle Auszubildenden zählen zu den Problemgruppen des Arbeitsmarktes. Die meisten besitzen nur einen Hauptschulabschluss oder nicht einmal das, sind Hartz-IV-Empfänger oder haben einen Migrationshintergrund. Viele haben sich vergeblich um eine Lehrstelle bemüht. Und das Erstaunliche: „90 Prozent unserer Absolventen schließen mit einer Prüfung vor der Handelskammer ihre Ausbildung erfolgreich ab“, sagt Betriebs- und Personalleiterin Birgit Starsy stolz. Von den Köchen, Restaurantfachleuten und Fachkräften im Gastgewerbe werden nach Erhebungen des Bildungszentrums rund zwei Drittel in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt.

Nun ist das Grone Bildungszentrum kein gewöhnlicher Betrieb, der Gewinn erwirtschaften muss. Als Tochterunternehmen der Stiftung Grone Schule ist es dem gemeinnützigen Stiftungsauftrag verpflichtet, sich um benachteiligte Jugendliche zu kümmern. Dazu arbeitet es unter anderem mit der Agentur für Arbeit, den Behörden für Bildung, Arbeit und Wirtschaft sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eng zusammen und bekommt von den Partnern nicht nur Auszubildende vermittelt, sondern auch finanzielle Zuschüsse. „Aber dafür haben wir eine besonders schwierige Klientel, die bei uns eine intensive sozialpädagogische Betreuung erhält“, erklärt Geschäftsführer Oliver Kohrs der AHGZ. Das heißt zum Beispiel, jeder Jugendliche findet für seine fachlichen und persönlichen Probleme jederzeit einen Ansprechpartner.

Abbau von Vorbehalten

Obwohl das Bildungszentrum auf den ersten Blick nach Schule aussieht, handelt es sich doch um einen echten Ausbildungsbetrieb mit einer Küche und einem Restaurant. Letzteres dient gleichzeitig als günstige Mitarbeiterkantine, wo man täglich wechselnde Mahlzeiten erhält wie zum Beispiel für zwei Euro ein Schweinefilet im gefüllten Tempurateig mit Champignons, Karotten und Lauch. „Unsere Azubis gehen wie alle anderen auch ganz normal zur Berufsschule“, sagt Birgit Starsy. Durch eine enge und partnerschaftliche Kooperation mit über 40 namhaften Hamburger Hotels und Restaurants bekommen sie auch die Möglichkeit zu mehreren zwei- bis dreiwöchigen Praktikumsblöcken in externen Betrieben. „Unsere Azubis haben dadurch Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinweg zu schauen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln“, betont die Betriebs- und Personalleiterin. „Darüber hinaus können diese Kontakte zum Abbau gegenseitiger Vorbehalte beitragen und so eine spätere Einstellung erleichtern“, ist sich Starsy sicher. Mathias Thurm

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