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Prachtvoll: Der galeriengesäumte Hofsaal ist Schauplatz für Konzerte und Lesungen Foto: Hotel

Baden-Württemberg

Jungbrunnen für ein Traditionshaus

Seit der Unternehmer Karl-Heinz Berkner das Hotel Römerbad übernommen hat, geht es mit der Badhotel-Ikone aufwärts

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/17 vom 26. April 2008
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BADENWEILER. Das Hotel Römerbad in Badenweiler ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Wachgeküsst hat die traditionsreiche Hotel-Perle ein Autohändler aus Hilpoltstein in Franken. Seit 2004 ist Karl-Heinz Berkner an dem Hotel beteiligt. Kurze Zeit später hat er es komplett übernommen.

Das war eigentlich nicht geplant, aber die Umstände (sein ursprünglicher Geschäftspartner hatte andere Vorstellungen) brachten es mit sich. Bevor Berkner einstieg, war das Hotel 180 Jahre lang in Familienbesitz. Das prunkvolle Haus hat große Zeiten erlebt und es hat viele berühmte Zeitgenossen beherbergt, darunter Friedrich Nietzsche, Thomas Mann und Theodor Heuss .

In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann jedoch der Abstieg. Der Anschluss an die Bedürfnisse der modernen Hotellerie wurde verpasst. Viele Gäste liebten zwar immer noch den jährlich morbider werdenden Charme des weitläufigen Hauses, aber die Schere zwischen Preis und Leistung ging immer bedrohlicher auseinander. „Das Haus hat 22 Jahre lang nur rote Zahlen geschrieben“, betont Karl-Heinz Berkner. Jetzt ist er der Chef und seither geht es aufwärts. Schritt für Schritt hat der energische 63-Jährige das Hotel erneuert – und ist nach wie vor dabei.

Entrümpelt und entstaubt

Er hat viele Zimmer und Flure renoviert, Teppichböden verlegt, entrümpelt entstaubt und vieles mehr. „Es waren keine Ordnung und kein System mehr im Haus“, blickt Berkner zurück. Bisher hat er 3,5 Mio. Euro in das Hotel Römerbad investiert (ohne den Kaufpreis, den er nicht verrät).

Demnächst wird ein Freischwimmbecken gebaut und an die Stelle einiger alter Zimmer tritt ein neuer Bankettsaal. „Die Finanzierung dafür ist gesichert“, merkt Karl-Heinz Berkner an, nicht ohne Kritik an der ein oder anderen Bank in der Region zu üben, die ihm zwischenzeitlich trotz „ordentlicher Bilanz“ kein Geld geben wollte. In die Zukunft gehen Berkner und seine Lebenspartnerin Brigitte Leitner mit einem jungen Team. „Ich setze auf junge Profis“, sagt Berkner.

Hoteldirektor Leif Mutschler ist noch keine Dreißig, und Küchenchef Sascha Kölsch ist 34 Jahre alt. Mutschler, gebürtiger Freiburger, hat Pläne: „Wir streben 60 Prozent Belegung an“. Außerdem bemühe man sich mittelfristig um die Mitgliedschaft in einer renommierten Kooperation, wie etwa die Small Luxury Hotels.

Auf dem Markt positioniert sich das Hotel als Kultur-Residenz. So wird es auch auf dem vorbildlich gestalteten Prospektmaterial, dass die neue Corporate Identity strikt durchhält, kommuniziert. Hier knüpft das Haus bewusst an seine Vergangenheit an, denn das Hotel war bekannt für seine Römerbad-Musiktage, die in diesem Frühjahr unter neuer Leitung wiederbelebt wurden und im November fortgesetzt werden. Neu ist die Römerbad-Literatur-Zeit. Namhafte Literaturkritiker haben Anfang März über Neuerscheinungen diskutiert und erstmals den „Deutschen Erzählerpreis“ verliehen. Fest steht: Kultur soll das Alleinstellungsmerkmal des Hauses sein. Darauf liegt das Hauptaugenmerk. An die Einrichtung einer opulenten Wellness-Anlage ist deshalb nicht gedacht. Das Thermalhallenbad mit Sauna und das geplante Außenbecken müssen reichen.

„Das Hotel soll in Zukunft allein leben können“, so Berkner. Mittelfristig denkt er daran, sich Partner mit ins Boot zu holen. Denn klar sei: „Ich habe reingesteckt, was ich reinstecken konnte.“ Holger Zwink

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