Gastronomie
Kamener Wirte setzen Rechtsradikale vor die Tür
von Viola Katemann
KAMEN. Ein Kamener Wirte hat am Wochenende Mut bewiesen: Als sich seine Gäste als rechtsextremistische Gruppe entpuppten, warf er sie kurzerhand aus der Kneipe. Verlassen mussten die Gruppe auch eine Gaststätte, in die sie anschließend ausweichen wollten. Das meldet die Zeitung "Der Westen", das Portal der WAZ Mediengruppe.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Westfalen lobte die beiden Wirte für ihre Zivilcourage. Damit hätten die beiden eine Versammlung von Rechtsextremisten der NPD in Kamen verhindert.
Kamen ist allerdings kein Einzelfall. Immer wieder mieten sich Neonazis unter einem Vorwand in Gaststätten oder Hotels ein ein. So versuchte es auch eine Gruppe in Berlin, die sich im Van der Valk Hotel Berliner Ring in Blankenfelde-Mahlow als „Gesellschaft für freie Publizistik“ einmietete. (AHGZ.de berichtete am 9.5.2009) Die Gruppe buchte damals 130 Zimmer inklusive Konferenzsaal. Kurz vor der Veranstaltung entpuppten sich die vermeintlichen Journalisten jedoch als rechtsradikale Vereinigung. „Wir haben dann sofort den Vertrag gekündigt“, sagt Hotel-Managerin Petra Beck.
Auch der Kamener Gastwirt Olaf Hoppe hatte sich zunächst nichts dabei gedacht, als ein Mann den Saal für den "Kamener Geschichtsverein" anmietete. Als seine Mitarbeiterin dann aber klagte, beim Ausschenken von Kaffee und Bier seien in dem Raum menschenverachtende Parolen aus der „geschichtlich interessierten Runde” gefallen, schrillten bei Olaf Hoppe die Alarmglocken. Die angestimmten Lieder und Sprüche seien eindeutig gewesen, meint der Wirt. Er warf die 60 Personen aus seiner Gaststätte. Verlassen mussten sie auch eine Kneipe, in die sie anschließend ausweichen wollten.
Um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen, ist der DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick... bereits seit April 2009 der gemeinsamen Initiative von ANG (Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuß) und NGG (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten) „Gemeinsam für Toleranz” beigetreten.
Ernst Fischer, Präsident des DEHOGA, erklärte: „Unsere Berufung ist Gastfreundschaft und verträgt sich nicht mit ausländerfeindlichen Parolen rechter Gruppierungen. Wir haben kein Problem mit Ausländern, sondern ohne – ob als Gäste, Unternehmer oder Mitarbeiter. Das Gastgewerbe steht für Weltoffenheit und Toleranz. Deshalb beteiligen wir uns an der Initiative und werden sie in die Branche kommunizieren.“
Mehr Infos unter
www.gemeinsam-fuer-toleranz.de
