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Thüringen

Kastanien statt Palmen

Gesundheitsresort des Hotels Hammermühle setzt auf Produkte und Symbole der Region/Wellness auf 2000 Quadratmetern

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2007/18 vom 5. Mai 2007
von

STADTRODA. Dass man in Thüringen auf der Suche nach WellnessEigenständiges Wort, das in der englischen Sprache seit mindestens 350 Jahren existiert und sich nicht - wie immer wieder behauptet - aus den Begriffen "wellbeing"und "fitness"zusammensetzt.
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-Angeboten nicht nur in den Kurorten fündig wird, beweist das Gesundheitsresort Hammermühle. Erst seit einigen Monaten empfängt das Haus Gäste. Es gehört zum gleichnamigen Hotel Hammermühle am Rande von Stadtroda.

Renate Lennartz, die Hotelchefin, sieht das nicht viel anders: „Unser Hotel – einst der Hof meiner Schwiegereltern und heute 4-Sterne-Haus – läuft seit zehn Jahren. Wir haben Stammgäste vor allem unter den Geschäftsreisenden, richten viele Familienfeiern aus – aber es herrschte auch immer mal wieder Ebbe, vor allem zwischen dem Jahreswechsel und Ostern und im späten Herbst. Also blieb nur eines: Wir mussten etwas bieten, dass die Gäste anzieht, und zwar unabhängig vom Wetter und auch ohne Skipisten oder berühmte Sehenswürdigkeiten direkt vor der Haustür.“

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Das Konzept war bald klar: Gesundheit und Anti-Aging, verbunden mit Wellness-Angeboten in ruhiger, entspannter Atmosphäre. „Als wir dafür Fördermittel beantragten, hieß es: „Um Gottes Willen, Spaßbäder haben wir ja in Thüringen schon viel zu viele.“ Aber ein Spaßbad war nun gerade das Letzte, was Renate Lennartz wollte. Durch halb Europa war sie da schon gereist, hatte getestet, was anderswo geboten wird, hatte genau überlegt, was in die alte Hammermühle passen würde, damit das Haus trotzdem authentisch bleibt. Schließlich konnte sie die Ämter doch überzeugen, dass hier eine Wohlfühl-Oase der ganz anderen Art entstehen sollte – eine die es in der Form in Thüringen noch kaum gab. Eine am Ende doch recht beachtliche Investitionssumme von zirka 2,5 Mio. Euro floss in den entstehenden Wellnessbereich des Hotels.

Nach diversen Schwierigkeiten und Verzögerungen und reichlich Querelen mit verschiedenen Handwerkern begann der eigentliche Betrieb im Gesundheitsresort mit ein paar Monaten Verspätung so richtig erst Anfang dieses Jahres. Was in einem Flügel des historischen Mühlenkomplexes auf rund 2000 Quadratmetern entstand, kann sich sehen lassen: ein Schwimmbad mit Whirlpool, ein biologischer Außenteich, sechs verschiedene Saunen, ein „Private-Spa“ mit Rassul, ein Traumbad mit großer Badewanne für zwei und eine steinernen „Lithos-Liege“ auf der ayurvedische Öl- oder türkische Seifenmassagen angeboten werden.

Und es gibt natürlich das, was fast überall Standard ist: Massagen, Anwendungen in der Schwebewanne, Unterwassermassagen, Aqua-Jogging, Gymnastik, Kosmetik, Solarium, Fitness. Im weiten Umkreis jedoch einzigartig ist der Vacustyler, eine Vakuumröhre, in die man vom Gürtel abwärts steckend durch Änderungen des Luftdruckes massiert wird, was gegen Cellulite, Krampfadern, Besenreiser oder verspannte Muskeln helfen soll. Besucher des Wellnesstraktes sind übrigens nicht nur die Gäste des Hauses, sondern auch Wohlfühl-Fans der Region, die über unterschiedlich graduierte Klubmitgliedschaften eingebunden werden. Aber die Reise durch die Wellness- hotels hatte die Hotelchefin noch zu einer anderen Überzeugung gebracht: Jeder Gast sollte sehen, dass er in Thüringen ist. In der Sauna zum Beispiel geht es deshalb nicht wie fast überall mediterran zu, sondern heimisch: ein Kastanienbaum statt der üblichen Palmen, ein Wasserfall, der aus einem sich drehenden Mühlrad plätschert, an der Wand statt der üblichen toskanischen Weitblicke ein Sonnenblumenfeld, die Dusche hinterm Scheunentor, Saunen, die benannt und eingerichtet sind als „Müllers Schwitzstube“ oder „Thüringer Waschküche“.

Auch Quark, Honig und Lehm für die Schönheit kommen aus der Nachbarschaft. Man weiß, wo man ist, und die Chefin weiß, was sie hat: „Bis jetzt hat uns noch keiner widersprochen, wenn wir geworben haben, unsere sei die schönste Wellness-Oase Thüringens.“ Marlis Heinz


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