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Schleswig-Holstein

Kein Grund zum Zurücklehnen

Positive Saisonbilanz des Gastgewerbes in Schleswig-Holstein / Investitionsbereitschaft stark gestiegen / Camper retten Statistik

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/50 vom 16. Dezember 2006
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TRAVEMÜNDE. Sonne, Sommer, Saisongäste – dieser Dreiklang traf im Land zwischen den Meeren in diesem Jahr wieder einmal zu. „Der Tourismus in Schleswig-Holstein ist so abhängig vom Wetter wie immer“, sagte Mathias Feige vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichem Institut für Fremdenverkehr (dwif).

Bis einschließlich September stiegen die Übernachtungszahlen im Gastgewerbe des nördlichsten Bundeslandes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent. Bis Ende Juli sei die Statistik noch besser gewesen. Doch ein feuchter und kühler August ließ die Kurve nach unten zeigen. „Ein schöner Herbst hat die Saison gerettet“, sagte Feige vor etwa 400 Besuchern des Tourismustages Schleswig-Holstein im Maritim Strandhotel Travemünde.

Wie bereits im Vorjahr haben vor allem die Camper die Übernachtungsstatistik gerettet. Dieses Urlaubssegment macht nach Angaben von Feige rund 14 Prozent des Übernachtungsaufkommens in Schleswig-Holstein in Höhe von knapp 20 Mio. Übernachtungen aus. Und steigende Gästezahlen seien nicht gleichbedeutend mit mehr Übernachtungen – wie die Lücke von fast 2 Prozentpunkten zwischen Ankünften und Übernachtungen in der Statistik deutlich mache. „Die Aufenthaltsdauer der Gäste sinkt dramatisch“, sagte Feige. Im Durchschnitt übernachten die Gäste in dem Ferienland zwischen Nord- und Ostsee nur noch 4,3 Tage. Bei einer durchschnittlichen Bettenauslastung von rund 30 Prozent sei Schleswig-Holstein das Schlusslicht im Norden.

Profitiert haben von dem Aufschwung vor allem die Städte im Land. Doch auch die Urlaubsorte an Nord- und Ostsee konnten im Vergleich mit anderen deutschen Küstenregionen mithalten. „Das Wachstum fand fast ausschließlich durch Gäste aus dem Ausland statt“, sagte Feige. So nahm die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste bis August im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um fast 12 Prozent zu.

Insgesamt ist das Gastgewerbe in Schleswig-Holstein nach Angaben von Feige vom hohen Übernachtungsaufkommen Mitte der 1990-er Jahre noch weit entfernt. Es sei auch fraglich, ob die Zuwächse in diesem und im vorigen Jahr die hohen Übernachtungseinbußen aus dem Jahr 2004 ausgleichen könnten. Eine durch strukturelle Veränderungen herbeigeführte Trendwende sei noch nicht zu erkennen. Zwar könnten die Hoteliers in Schleswig-Holstein aufatmen: „Zum Zurücklehnen besteht kein Grund.“

Die Stimmung unter den Hoteliers und Gastronomen ist jedoch besser als die Statistik. „Die Geschäftslage ist so gut, dass endlich wieder investiert wird“, sagte Peter Michael Stein, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Schleswig-Holstein. Der IHK-Konjunkturklimaindex liege mit 119,3 Punkten deutlich über dem Vorjahreswert von 113,8 Punkten und damit so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Es sei erfreulich, dass auch die Gastronomie an der positiven Entwicklung partizipiere. „Nur die reinen Schankbetriebe waren trotz der Möglichkeiten der Außengastronomie nicht zufrieden“, fügte Stein hinzu. Mehr als 50 Prozent der 500 befragten Unternehmen im Gastgewerbe beurteilten ihre Geschäftslage als gut; nur knapp 9 Prozent schilderten eine schlechte Geschäftssituation. Bei fast der Hälfte seien die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr gestiegen; bei rund 16 Prozent der Unternehmen seien die Umsätze zurückgegangen. Fast 50 Prozent aller Gastgewerbebetriebe berichteten über eine verbesserte Gewinnsituation. Mehr als zwei Drittel der Befragten planen Investitionen zur qualitativen Verbesserung ihres Angebots. Helmut Heigert


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