Hamburg
Kein Kongress ohne Feier
Hamburg will Potenziale im Tagungs- und Eventgeschäft besser nutzen / Defizite in Marketing und Service
HAMBURG. Im Tagungs- und Eventgeschäft besitzt die Hansestadt nach Ansicht der Handelskammer noch ungenutzte Wachstumspotenziale. Einer Studie des Europäischen Institutes für Tagungswirtschaft an der Hochschule Harz zufolge muss sich Hamburg nach Berlin und dem Rhein-Main-Gebiet den dritten Platz mit München, Köln und Düsseldorf teilen.
„Dieses Ergebnis enttäuscht zwar nicht, kann aber angesichts unseres Potenzials auch nicht zufrieden stellen“, erklärt Kammerpräses Karl-Joachim Dreyer. Mit der Veranstaltung „Hamburg – eine Metropole wird zum Erlebnis“ hat sich die Stadt deshalb in den Börsensälen der Handelskammer zum dritten Mal als Destination im Veranstaltungsgeschäft präsentiert. Rund 2000 Gäste waren gekommen, um sich einen Einblick in die Leistungsfähigkeit der Stadt zu verschaffen. Mehr als 60 Firmen, darunter vor allem Hotels, Gastronomen und Caterer gaben Kostproben ihres Serviceangebotes.
In Hamburg wurden im vergangenen Jahr 70.000 Events registriert. Sie generierten einen Umsatz von 1 Mrd. Euro inklusive aller Nebenleistungen. Das Tagungs- und Eventgeschäft wird nach Aussage der Studie in den kommenden Jahren weiter wachsen. Vor allem die Nachfrage nach externen Locations werde anziehen. Mit zahlreichen neuen Veranstaltungsräumen habe die Stadt zwar an Attraktivität gewonnen, vor allem in den Bereichen Marketing und Service müsse aber noch nachgebessert werden, so Dreyer.
„Wir brauchen ein Hamburg Convention Bureau, das diesen Namen wirklich verdient. Wenn wir zu Städten wie Wien und Barcelona aufschließen wollen, müssen wir auch auf deren Niveau akquirieren“, forderte der Präses.
Weitere Wünsche der Handelskammer: eine Touristeninformation in zentraler Lage und eine Fährlinie, die möglichst alle maritimen Highlights miteinander verbindet. Dreyer: „Zwei Drittel aller Deutschen verbinden mit Hamburg Hafen und Schifffahrt. Dieses Alleinstellungsmerkmal müssen wir auch im Veranstaltungsgeschäft noch stärker nutzen.“ Mathias Thurm

