Baden-Württemberg
Keine Ruhe für Altstadtwirte
Randale durch „Rucksack-Trinker“ im Heidelberger Romantik-Winkel nimmt kein Ende
HEIDELBERG. Die nächtlichen Ruhestörungen so genannter „Rucksack-Trinker“ machen Heidelberg weiterhin zu schaffen. Ein kürzlich stattgefundener Erfahrungsaustausch im Haus der IHK machte deutlich, dass sich die Probleme noch verschlimmert haben: Schlägereien in der Altstadt sind keine Seltenheit mehr.
Als „fürchterlich“ bezeichnet Altstadtwirt Hans-Dieter Stendel vom Traditionslokal Destille die Zustände auf bestimmten Straßen und Plätzen in Heidelbergs Romantik-Winkel. Manche der Altstadtlokale beschäftigen Sicherheitspersonal als Türsteher, um ihre Gäste ungestört bewirten zu können.
Eine Situation, an der auch eine im vergangenen Jahr von IHK, Polizei und Stadtverwaltung für die Heidelberger Altstadtwirte organsierte Deeskalationsschulung nichts hat ändern können. Wie Polizeihauptkommissar Dieter Müller berichtet, handelt es sich bei den Altstadtrandalierern vielfach um junge, von außerhalb kommende Männer, die wüssten, dass in Heidelberg „was los ist“. Für die oftmals lautstarken Besäufnisse würden sie sich bereits in den Abendstunden an Tankstellen und in Geschäften mit Schnaps und Wodka (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Wodka") eindecken.
Eine verstärkte Polizeipräsenz, wie sie von den Altstadtwirten gefordert wird, ist wegen der zu geringen Besetzung des Polizeireviers HD-Mitte jedoch nicht möglich. Um für die Gäste dennoch einen sicheren Heimweg zu gewährleisten, habe man eine Erweiterung des nächtlichen Omnibusangebots „Moonliner“ beantragt, so der Bezirksvorsitzende Matthias Rohr.
Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner zeigt sich gleichwohl zuversichtlich, die Zustände im Romantik-Winkel durch die Zusammenarbeit von Gastronomie und Polizei verbessern zu können. Das von der Landesregierung zwischen 22 und 5 Uhr verordnete nächtliche Alkoholverbot in der Öffentlichkeit biete der Polizei mehr rechtliche Möglichkeiten, einzuschreiten. Auch die Ordnungsmaßnahmen der Stadtverwaltung würden dazu beitragen. ht
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