Niedersachsen
Kneipentod geht in Oldenburg um
OLDENBURG. Nach der Harmonie, dem Kaffeehaus am Bürgerbusch, dem Drielaker Hof und den Ratsherren-Stuben schließt mit dem Ofenerdieker Krug ein weiteres Oldenburger Traditionslokal. Lore und Klaus Lachmann hatten den Ofenerdieker Krug seit 1979 geführt. Claus Lachmann, der früher als Starfighter-Pilot bei der Bundeswehr in Dienst stand, spricht von einem Kneipensterben in Oldenburg. Allein in dem Stadtteil Ofenerdiek seien in den letzten 20 Jahren sieben der sogenannten Eckkneipen geschlossen worden. Und auch mit den Saalbetrieben, so wie es der Ofenerdieker Krug einer war, ginge es stark abwärts. Die Standbeine des Lokals – Treffpunkt für Kegelsportler und deutsche Küche – seien heute nicht mehr gefragt. In den 70er-Jahren hätten sich hier allein 27 Vereine getroffen. Davon seien lediglich zwei übrig geblieben. Insbesondere das Rauchverbot hätte das Thekengeschäft zerstört.
Die beiden Söhne der Lachmanns zeigten sich in der heutigen wirtschaftlichen Lage nicht gewillt den Ofenerdieker Krug, der vor 91 Jahren vom Großvater erbaut wurde, zu übernehmen. Das Gebäude wird voraussichtlich abgerissen. adt