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Berlin

Kneipenwirt wirft das Handtuch

Starke Umsatzeinbußen durch Rauchergesetz: Dieter Sydow wandert nach Spanien aus

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/26 vom 28. Juni 2008
 Marion Schlag

BERLIN. Schluss mit lustig ist es im Lokal Zum fröhlichen Rheinländer. Dieter Sydow, langjähriger Betreiber der urigen Kölsch-Kneipe in Charlottenburg, gibt wegen „katastrophaler Umsatzrückgänge“ auf. Schuld sei das Nichtraucherschutzgesetz, so der Wirt.

In der 49 Quadratmeter großen Einraum-Gastronomie könne er keinen gesonderten Raum für Raucher einrichten. 95 Prozent seines Publikums sind Stammkunden. 80 Prozent davon rauchen.

Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen Wirt wie Gästen ab dem 1. Juli 2008 empfindliche Geldstrafen zwischen 100 und 1000 Euro. Für die meisten Gäste ist das ein Grund, in andere Lokale mit gesondertem Raucherkabinett abzuwandern. Anders als in Sachsen und Rheinland-Pfalz, wo die zuständigen Verwaltungsgerichte per einstweiligen Anordnung in inhabergeführten Kneipen den Tabakgenuss bis zu einer endgültigen richterlichen Entscheidung im Hauptsacheverfahren noch dulden, hat Berlins Justizia anders entschieden.

Dieter Sydow zog die Konsequenzen und will den Betrieb, in den er insgesamt 120.000 Euro gesteckt hat, bis spätesten März 2009 verkaufen. Bisher ohne Erfolg. Der gebürtige Rheinländer und rührige Gastronom beklagt, dass ihm der Staat durch die regressive Nichtraucher-Gesetzgebung die Existenzgrundlage nehme. Sein Ziel ist Spanien. In der Nähe von Malaga will er einen Neustart wagen. Auf der iberischen Halbinsel entscheiden die Wirte, ob sie ihren Betrieb als Raucher- oder Nichtraucherlokal ausweisen. schl


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