Baden-Württemberg
Langsam schmeckt besser
Regionaltypische Lebensmittel und Produkte stehen im Mittelpunkt der Slow-Food-Messe
STUTTGART. Die zweite Slow-Food-Messe findet nach dem erfolgreichen Auftakt im Vorjahr vom 3. bis 6. April wieder in Stuttgart statt. Mit mehr Ausstellern und einem attraktiven Begleitprogramm, hoffen die Veranstalter die Besucherzahlen zu vervierfachen. Gut, sauber, fair – mit diesem Prinzip versucht die Slow-Food-Bewegung die Erzeugung und Vermarktung von Lebensmitteln im Sinne der Nachhaltigkeit zu beeinflussen. Das stößt bei vielen Konsumenten auf ein stark gestiegenes Interesse. Allein in den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Vereinsmitglieder in Deutschland auf jetzt 8000 verdoppelt, wovon allerdings bisher nur etwa 1 Prozent Gastronomen sind.
Volltreffer im Vorjahr
Ein Anziehungspunkt für die Freunde regional hergestellter, saisonaler Genüsse soll die zweite nationale Slow-Food-Messe werden. „Vergangenes Jahr war das ein Volltreffer,“ berichtete Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Das sei bei neuen Messethemen ziemlich selten. Deshalb rechnen die Verantwortliche in diesem Jahr mit 300 Ausstellern und die Zahl der Besucher möchte man vervierfachen, denn gleichzeitig finden weitere Lifestyle-Messen auf dem Gelände am Flughafen statt. 40.000 Interessierte werden nun erwartet. Allerdings sei die Veranstaltung, so Bleinroth, keine der inzwischen zahlreich veranstalteten Gourmetmessen. Durch die strenge Prüfung durch zwei Experten werde sichergestellt, dass ausschließlich Anbieter gemäß der Slow-Food-Kritierien zum Zuge kommen.
Neben den Ständen mit regionalen Spezialitäten aus Deutschland, Italien, Frankreich und anderen europäischen Ländern, erwartet die Besucher eine umfangreiche Vinothek, in der über 200 Spitzenweine im offenen Ausschank verkostet werden können. Außerdem gibt es den Bereich „Geschmackserlebnisse“. Dort können die Besucher mehr über die Herstellung und die Geschichte regionaltypischer Produkte erfahren und erschmecken. Meist handelt es sich um Agrarerzeugnisse, die in Zeiten der industriellen Massenproduktion vor dem Vergessen stehen.
„Wir wollen eine Plattform sein, bei der sich Produzenten und Konsumenten begegnen können,“ sagte der Hotelier und Gastronom Otto Geisel, Vorsitzender von Slow Food Deutschland, bei einer Pressekonferenz.
Auf dieser grenzte er sich deutlich von einigen Tendenzen des weiter boomenden Bio-Trends ab. „Bio-Erdbeeren aus Neuseeland interessieren uns nicht,“ sagte der Slow-Food-Vorsitzende. Allerdings werde man aber Kakaoproduzenten aus dem mexikanischen Tabasco einladen, die in kleinbäuerlichen Strukturen eine einzigartige Sorte kultivierten. Es komme eben bei solchen Produkten auch auf die Geschichten an, die man dazu erzählen könne.
Liebe zu Linsen
Rund um die Messe finden auch in diesem Jahr wieder Veranstaltungen in Restaurants der Region statt. Bei diesen „Verabredungen zum Essen“ steht mit den Alblinsen auch ein schwäbischer Klassiker auf dem Programm, dem Linsengerichte aus dem Iran und Russland gegenübergestellt werden. Dirk Baranek
www.slowfood-messe.de

