Hotellerie
Leipzig in Feierlaune
Große Jubiläen lassen die Leipziger Hotel Alliance für 2009 hoffen / Einbrüche im Tagungs- und Messegeschäft
LEIPZIG. Die 13 Häuser der Leipziger Hotel Alliance (LHA) erzielten im vergangenen Jahr bei Zimmerauslastung, Room Rate und RevPar Zuwächse von knapp mehr als einem Prozent. Ab November 2008, so LHA-Sprecher Axel Erhardt, habe die Krise jedoch auch in den Spitzenhäusern Spuren hinterlassen. Dank großer Jubiläen, die der Stadt 2009 zusätzlich Gäste versprechen, gehe man verhalten optimistisch ins neue Jahr, sagten die LHA-Hoteliers bei Vorlage ihrer Jahresbilanz.
Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 69,44 Prozent blieben die 13 Häuser der LHA (2878 Zimmer) 2008 in der Erfolgsspur. Zur Hotel Alliance gehören unter anderem The Westin, Fürstenhof, Marriott, Mercure, Victors, Breitenfelder Hof und das Hotel im Sachsenpark. Das NH Hotel unweit der Messe, mit 308 Zimmern drittgrößtes Haus am Platz, hat laut Hotelchef Axel Hüpkes „ein Superjahr“ hinter sich.
Wenig Privatreisende
Im Jahresmittel konnten die Hotels die Average Room Rate um 1,03 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern, den RevPar um 1,05 Prozent. Rückgänge gab es jedoch im vierten Quartal bei Zimmerauslastung (- 8,09 %), Netto-Zimmerrate (- 1,39 %) und RevPar
(- 9,37 %). Das Problem der Leipziger Hotellerie liegt schon immer im Gäste-Mix. 70 Prozent Geschäftsreisen stehen nur 30 Prozent Privatreisen gegenüber. Unter gleich großen Städten hat Hannover ein ähnliches Gästeprofil. Mit 3,226 Mio. Übernachtungen wurden in der niedersächsischen Landeshauptstadt 2008 jedoch fast doppelt soviel Hotelbetten wie in Leipzig gefüllt, wo 1,825 Mio. Gäste gar einen Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellen.
Deutlichen Druck spüren die LHA-Häuser, von denen die Mehrzahl mit großen Kapazitäten im Tagungsbereich ausgestattet ist, „weil viele Unternehmen den Rotstift zuerst bei Tagungen und Seminaren ansetzen“, erläuterte Mercure-Chef Axel Ehrhardt. Der Ausfall der Games Convention oder Absagen zur Automobilmesse werden sich negativ auf die Besucherzahlen auswirken. „Fünf diesmal zur AMI fehlende Firmen“, so Penta-Direktor Veith König, „reißen in den Tagen der Automobilmesse in unserer Auslastung ein Loch von 30 Prozent“.
Gemeinsame Vermarktung
Trotzdem hoffen die LHA-Hoteliers 2009 wieder die Zahlen des Vorjahres zu schaffen. Für die gemeinsame Vermarktung steht ein Budget von rund 1,5 Mio. Euro zur Verfügung. Damit will man für die großen Jubiläen des Jahres international werben, wie den 200. Geburtstag des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy oder den 600.Geburtstag der Universität. Und schließlich ist es 20 Jahre her, dass in Leipzig die Wende eingeleitet wurde.
Die Leipziger Hotel Alliance mit ihren 1050 festen Mitarbeitern verspricht den Gästen zu allen Anlässen günstige Preise. „Im Vergleich zu anderen Städten liegen wir bei Preisen am Ende der Skala. Unsere Produkte müssen sich gegenüber Frankfurt, München und Düsseldorf jedoch nicht verstecken“, betonte Jörg Müller, Direktor im Hotel Fürstenhof. Im eignen Haus werden gerade Teppiche und Betten erneuert. The Westin oder Radisson SAS haben eben größeren Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen. Das zur Penta-Gruppe gewechselte ehemalige Renaissance steht vor einer Komplett- Renovierung.
Braucht die Stadt neue Tophotels? Die LHA-Hoteliers beantworten die Frage mit klarem Nein. „10, 15 Tage im Jahr sind unsere Häuser ausgebucht“, erklärte König. Wenn Zimmer knapp werden, müssten Gäste nach Halle ausweichen. „Der Handelshof, der zum Hotel ausgebaut werden soll, hat noch keine Betreiber gefunden“, sagte Erhardt. Und von 14 geplanten Hotels werden nur drei realisiert. Auch der Umbau des ehemaligen Hauptpostamtes Augustusplatz in ein Tagungshotel wurde gestoppt.
www.leipzig-hotel-alliance.de
