Baden-Württemberg
Lesen ohne Konsumzwang
BADEN-BADEN (bai). Vor einem Jahr wurde der i-Punkt in der Trinkhalle eingerichtet. Anlass nun für Oberbürgermeisterin Sigrun Lang und Marketingchefin Brigitte Goertz-Meissner, eine erste Bilanz zu ziehen. Und diese fiel rundweg positiv aus. Beide berichteten übereinstimmend, dass die Anlaufstation für Gäste wie auch Bürger bestens angenommen worden ist.
Gegenüber der früheren Information im einstigen Haus des Kurgastes ist die Frequenz bis zum Vierfachen gestiegen, so die Aussage von Goertz-Meissner, die zufrieden betonte: „Das Angebot wird angenommen.“ Gleichzeitig räumte sie aber auch ein, dass die Personalkosten weit höher als ursprünglich vermutet waren. Als Grund nannte sie unter andrem die umfassende Öffnungszeit (10 bis 18.30 Uhr).
Gegenüber der Information am Zubringer wird bei der Trinkhalle eine völlig andere Nachfragestruktur registriert. Während die Station am Stadtanfang vorwiegend von Kurzzeitgästen angesteuert wird, handelt es sich bei den Kunden des nur wenige Schritte vom Kurhaus entfernten Hübsch-Baus (errichtet zwischen 1839 und 1842) um solche, die länger bleiben wollen und sich nach Kuren oder auch Ferienwohnungen erkundigen.
Eine Möglichkeit, die aber auch von den Bürgern intensiv wahrgenommen wird. Dies trifft jedoch gleichermaßen für den Kartenverkauf zu. Offeriert werden Billetts für fast alle Veranstaltungen, angefangen vom Theater über Philharmonie und Festspielhaus bis hin zu Bällen und speziellen Vorträgen.
Zufrieden mit ihrem Engagement sind zudem die Pächter des Lese-
cafés, Matthias Steiner („Badener Weinkeller“) und Michael Hertweck („Le Bistro“). Nach einigen Anlaufschwierigkeiten, so berichteten sie, läuft der Gastronomiebetrieb bestens. Auf Nachfrage stellten sie klar: Für Leser der 20 Tageszeitungen besteht kein Konsumzwang. Jedem ist es überlassen, ob er etwas bestellen will.
