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Taufpaten der Berliner Kulturkampagne: (von links) HoGa-Präsident Willy Weiland, Axel Baisch (Geschäftsführender Direktor Deutsche Oper Berlin), Uli Mayer-Johanssen (Werbeagentur Meta Design) und BTM-Chef Hanns-Peter Nerger

Berlin

Lockrufe aus der Kulturmetropole

Berliner Marketingkampagne soll neue Gästepotenziale erschließen / Finanzierung ist allerdings noch nicht gesichert

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/42 vom 21. Oktober 2006
von  

BERLIN. Die Bundeshauptstadt hat einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Destinationen. Ob in Europa, Übersee oder Asien: Laut einer Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) wird die Spreemetropole im Ausland zunehmend als Kultur-, Geschichts-, Lifestyle- und Trendstadt gesehen.

Berlin-Werber wollen diesen Weg ab Frühjahr 2007 weiter beschreiten. Im Rahmen einer touristischen Kulturmarketingkampagne soll der WM-Slogan „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ als Marketing-Instrument eingesetzt werden. Die Kampagne wird zunächst auf drei Jahre befristet sein. Werbegebiete sind alle Bundesländer sowie europäische Destinationen. Geworben wird für einen Trip nach Berlin mit Plakaten und Anzeigen.

Diverse Zielgruppen im Visier

Viel Ideenreichtum in die Umsetzung investierte die mit der Entwicklung des Konzepts beauftragte Werbeagentur Meta Design. So sollen verschiedene Motive aus dem breit gefächerten Berliner Kulturangebot unterschiedliche Zielgruppen wie Opern- und Museenbesucher, Clubgänger, Modefans oder Architekturbegeisterte ansprechen. Dies ist ganz im Sinne von Hanns Peter Nerger, Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM). Er versteht den Aspekt Kultur als einen „lebendigen und vielfältigen Motivationsträger für erlebnisorientiertes Reisen nach Berlin“.

Originelle Merchandising-Artikel unterstützen dieses Anliegen, darunter T-Shirts mit Sprüchen, auf denen tausend verschiedene Gründe für einen Berlin-Besuch formuliert sind. Die strategischen Überlegungen für die Kampagne stammen von den Mitgliedern des Runden Tisch Tourismus. Gesichert ist die Finanzierung durch das Land Berlin derzeit aber noch nicht.

Gelder fließen zurück

Dennoch rechnen die Initiatoren fest damit, dass der in Aussicht gestellte Zuschuss von 3 Mio. Euro bewilligt wird. „Die Kulturkampagne ist fest eingebunden in die derzeitigen Koalitionsverhandlungen, denn die Politik hat erkannt, wie wichtig der Tourismus für die Stadt als Wirtschaftsfaktor ist“, sagte HoGa-Präsident Willy Weiland. Fiskalisch auf den Punkt brachte es BTM-Chef Nerger: „Jeder Euro, der in den Tourismus investiert wird, fließt vielfach zurück in die Landeskasse.“ Nerger verwies in diesem Zusammenhang auf den Erfolg der „Winterzauber“-Aktion zur Vermarktung der Stadt als Shopping- und Weihnachtsreiseziel. Diese Aktion geht Ende Oktober in die dritte Runde. Bei zunächst 3,5 Mio. Euro Anschubfinanzierung durch den Senat wurden schon im ersten Jahr durch zusätzliche Gäste 25 Mio. Euro Steuereinnahmen erzielt. Inzwischen wurden diese Zuschüsse halbiert und sind im nächsten Jahr nicht mehr notwendig.

Die Kosten werden dann auf Basis eines gut organisierten Privat Partnership von mehr als 50 Unternehmen bestritten. Ein ähnliches privatwirtschaftliches Engagement mit mindestens 3 Mio. Euro erhoffen sich die Initiatoren auch im Hinblick auf die Kulturkampagne.

Eine aktive Beteiligung signalisierte bereits Berlins Hotellerie. Zum Kampagnenstart wollen die einzelnen Häuser in Kooperation mit den kulturellen Einrichtungen für ihre Gäste spezielle Packages schnüren und die vielfältigen Vertriebsmöglichkeiten der BTM nutzen. Marion Schlag

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