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Lösung für touristische Flauten

BHG-Kreisstelle Garmisch-Partenkirchen diskutiert über ein neues Luxushotel / Positive Erfahrungswerte aus Tirol

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2006/16 vom 22. April 2006
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GARMISCH-PARTENKIRCHEN Mit einem 4- bis 5-Sterne-Hotel will die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen seit einiger Zeit touristischen Flauten begegnen. Gastronomie und Hotellerie stehen den politischen Plänen kritisch gegenüber. Um Erfahrungswerte aus einem ähnlichen Fall vorzustellen, hatte BHG-Kreisstellen-Geschäftsführer Wolfgang Zunterer den Geschäftsführer des Tourismusverbands Achensee, Stefan Bracher, zur jüngsten Kreisversammlung eingeladen.

Bracher stellte das Beispiel des Posthotels Achenkirch vor, das aus einer kleinen Posthalterei über Jahrhunderte hinweg gewachsen ist. Seit einem Jahr ist der Familienbetrieb als 5-Sterne-Hotel klassifiziert. Das Haus wird fast schon als eigener „Urlaubsplanet“ gehandelt. Die fünf Gemeinden Achensees haben nur wenig von der 5-Sterne-Klientel: Nachdem es innerhalb der Hotelmauern praktisch alles gibt, was der Gast braucht, verlässt dieser kaum das Gelände.

Dennoch sieht Bracher das Positive dieses Vorzeigehotels, speziell in Bezug auf das Image des Orts. Rund 120.000 Übernachtungen gab es nach seiner Aussage im vergangenen Jahr in der Region zusätzlich. „Als Aushängeschild hebt das Hotel das Niveau der Region“, so Stefan Bracher, „damit ist es auch Ansporn für die Mitbewerber.“

Die Garmischer Kollegen zeigten sich vom „Mehrwert“ eines derart für sich agierenden, wenig am Ganzen interessierten Hotels nicht überzeugt. Letztlich bewege ein 5-Sterne-Hotel alleine noch nichts – davon abgesehen gibt es in Garmisch ja schon ein renommiertes Haus dieser Klasse: das Reindl’s Partenkirchner Hof mit 120 Betten, das zurzeit eine durchschnittliche Auslastung von etwas über 70 Prozent hat. „Wir sind grundsätzlich nicht gegen mehr Konkurrenz“, betonte Hotelchef Michael Holzinger am Rande der Sitzung, „allerdings wird in Garmisch ja an ein 5-Sterne-Haus mit 500 Betten gedacht – dabei müssten doch erst einmal wieder mehr Gäste hierher kommen!“

Tatsächlich ist die touristische Bilanz in Garmisch-Partenkirchen wechselhaft. 2002 gab es 1.188.912 Übernachtungen, 2003 nur noch 1.150.609. Im Jahr 2004 verzeichneten die Unterkünfte – mit unter anderem einmal 5 Sternen, zehnmal 4 Sternen und 17-mal 3 Sternen – insgesamt wieder 1.179.149 Übernachtungen, im Jahr 2005 waren es bei etwas mehr Ankünften nur 1.169,167 Übernachtungen. Auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank von 4,1 im Jahr 2004 auf 3,8 Tage im Jahr 2005.

„Man sollte erst seine Hausaufgaben machen, um für die Gäste wieder interessant zu sein“, sagte Holzinger. Denn abwarten, ob man die Ski-WM 2011 bekommt oder nicht – und die Zeit rundum sowie den Sommer zu vernachlässigen, ist sicher keine Lösung.

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