Sachsen-Anhalt
Lücke im Wassertourismus geschlossen
Erlebnisgastronomie auf verschiedenen Schienen / Mischung von Freizeitobjekt und touristischer Vielfalt im Hotel am Hafen
HAVELBERG Um die Jahrhundertwende erlebte der Hafen seine Blütezeit. Wo vor Jahrzehnten Kähne auf ihrem Weg von Hamburg nach Berlin ihren Feierabendplatz einnahmen und Lastschiffe zum überwintern anlegten, machen heute Freizeitkapitäne ihre Yachten und Motorboote fest. Genau dort am ehemaligen Winterhafen wurde von der Havelberger Freizeit und Tourismus GmbHAbk. für Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
weiter mit Mausklick... mit dem Investorehepaar Ulrike und Gerd Schulenburg ein neues Hotel gebaut. Das Gelände des ehemaligen Wehrkreiskommandos war bereits seit Mai 2003 saniert und für den Neubau hergerichtet worden. Die Stadt suchte damals einen Interessenten für ein touristisches Kleinod an exponierter Stelle. Vorgabe war ein sich harmonisch in die neue Hafenpromenade eingliederndes Objekt. Die Stadt machte sich stark für das Finanzierungskonzept und mit Hilfe eines speziellen EU-Förderprogramms war dies das letzte geförderte Bauvorhaben dieser Art in Sachsen-Anhalt. „Wir wollten hier nicht nur ein einfaches Hotel hinstellen, wir hatten ein umfangreiches Konzept, das allerdings während der Bauphase in vielen Teilen umgestaltet werden musste“, so der Investor. Über die zahlreichen Veränderungen ist Gerd Schulenburg heute keinesfalls traurig. „Im Hotel am Hafen konnte eine gelungene Mischung von Freizeitobjekt und touristischer Vielfalt geschaffen werden“, erläutert Geschäftsführer Detlef Rehberg. 2 Mio. Euro wurden in das breit angelegte Objekt unmittelbar am Hafen investiert. Ein Drittel davon kam aus dem Fördermittelprogramm. Entstanden ist ein multifunktionales Hotel mit 2 Gebäuden, die durch eine Art Mittelgang, dieser wird als Frühstücksraum genutzt, miteinander verbunden sind. Die gesamte Anlage wurde barrierefrei gestaltet. 2 der insgesamt 16 großräumig angelegten Doppelzimmer können von Behinderten genutzt werden. Sie wurden den individuellen Ansprüchen angepasst und verfügen neben tiefergelegter Badewanne über befahrbare Duschen bis hin zu absenkbaren Spiegeln. 4 Appartements und eine Ferienwohnung ergänzen das Übernachtungsangebot. Auf der entlang des Gebäudes verlaufende Terrasse können bis zu 80 Gäste den direkten Blick auf den Hafen genießen. Mehr als 30 Sorten Eis und 25 verschiedene Kuchenangebote hält das Eiscafé Al porto bereit. „Eigentlich war diese Einrichtung im Gesamtkonzept gar nicht vorgesehen“, so Schulenburg. Bei einem Messebesuch in Hamburg lernte er jedoch Bruno Lucchetta kennen, einen der größten Eishersteller in Norddeutschland. Seine FirmaBezeichnung für den Namen eines Kaufmanns, unter dem dieser im Handelsverkehr seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt.
weiter mit Mausklick... lieferte die neueste Technik zum Eisverkauf nach Havelberg und das PersonalIn der Hotellerie und Gastronomie haben diese durch den Kontakt zu den Gästen einen wesentlichen Einfluss auf die vom Gast wahrgenommene Dienstleistungsqualität.
weiter mit Mausklick... wurde eigens dafür im Betrieb bei Lucchetta ausgebildet. Neben dem Speiseeisangebot kommt von dort auch das umfangreiche Torten- und Kuchensortiment.
Küchenchef Hans Carnol kocht zwar gern die regionale Küche mit einheimischen Produkten, ist aber ebenso auf dem internationalen Parkett der Gaumenfreuden zu Hause. Optimale Voraussetzungen für Familienfeiern konnten mit einem vom Restaurantbereich abtrennbaren Raum geschaffen werden. Der Restaurantteil für 100 Gäste ist voll klimatisiert.
Kulturell will Detlef Rehberg im Hotel am Hafen einiges bewegen. Neben Musikveranstaltungen sind Kontakte zu den verschiedenen Partnerstädten Havelbergs geplant, um von dort Künstler im Hafen-Lokal auftreten zu lassen. Umweltfreundlich investiert hat Gerd Schulenburg in eine moderne Wasseraufbereitungsanlage, die das Brauchwasser in einen ökologischen Kreislauf zurückführt. Das Haus verfügt zudem über eine eigene Hauswäscherei. 10 Mitarbeiter, die teilweise über die Agentur für Arbeit vermittelt wurden, haben in Havelberg einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

