Hessen
Mehr Platz im Herrenhaus
Schloss Reinhartshausen Kempinski eröffnet Gebäude mit neuen Suiten / Rebenlehrpfad des Weinguts in Planung
ELTVILLE/ERBACH. Mit der Eröffnung von neun Suiten im Herrenhaus hat sich die Zimmerzahl im Schloss Reinharthausen Kempinski im Rheingau von 54 auf 63 erhöht. Die neuen Zimmer entstanden in einem denkmalgeschützten Gebäude des Weinguts und sind über einen Innenhof zu erreichen. Das frühere Verwaltungsgebäude wurde völlig entkernt und unter der Leitung der Frankfurter Architekten Hollin und Radoske neu konzipiert. Die Architekten waren bisher eher für schnörkellose Moderne bekannt – sie haben unter anderem den Lufthansa First Class Terminal am Frankfurter Flughafen entworfen.
Die Schlosszimmer haben sie individuell, aber klassisch und in warmen Farben eingerichtet. Viele charmante, vom Baukörper vorgegebene Akzente, wie die Dachbalken einer Suite in der obersten Etage, wurden aufgegriffen. In der früheren Kapelle ist nun ein Lesezimmer, dort können Gäste unterm Kreuzgewölbe der Muße frönen.
Lesen in der alten Kapelle
Die neuen Zimmer und Suiten sind 38 bis 77 Quadratmeter groß. Die beiden Suiten unterm Dach können zu einer 135 Quadratmeter großen Zimmerflucht verbunden werden. Alle Räume verfügen über Klimaanlage, Flachbild-TV, Parkett oder Teppichboden und geräumige Marmorbadezimmer. Die Betten haben Überlänge bis 2,20 Meter. Historische Fotografien erzählen von der langen Geschichte des Anwesens. Die Rackrates, also die offiziellen Preise, liegen zwischen 315 und 700 Euro. Das ganze Haus ist Nichtraucherzone.
Das Schloss hat sich mit seinen 15 Veranstaltungsräumen bestens als Ort für Feiern, Konferenzen, Seminare, Tagungen und Familienfeiern etabliert. Privat- wie Geschäftsgäste schätzen die Lage am Rhein, zwischen den Weinbergen, mit Frankfurt, Wiesbaden und Mainz quasi vor dem Hotelportal.
Werktags ist das Schlosshotel Business- und Tagungshotel, an Wochenenden und von April bis September ist es ein Ort für Ausflügler und Familienfeiern. Immerhin 50 Hochzeitsgesellschaften feierten in diesem Jahr im Schloss. Im August ließen mehrere Großveranstaltungen mit bis zu 1000 Gästen „das Schloss beben“, erinnert sich Generaldirektor Thomas Bonanni. Er sieht sich darin bestätigt, dass sein Team – 82 Mitarbeiter, Fremdfirmen werden außer in der Nachtreinigung nicht eingesetzt – für große Aufgaben bestens gerüstet ist.
Als Belegungsrate nennt Bonanni 61 Prozent bei einer Durchschnittsrate von 157 Euro. „Darauf sind wir sehr stolz“, kommentiert der langjährige Kempinski-Mann. Bei seinem Arbeitsantritt vor genau sechs Jahren lag die Belegung noch bei 41 Prozent, was selbst für den Rheingau und angesichts der kurzen Hauptsaison wenig war. „Im Rheingau braucht man Beständigkeit“, sagt der gebürtige Mönchengladbacher, der einst die Hofa Bad Wiessee absolviert hat. Sein nächstes Projekt ist eine Art „Rebenlehrpfad“, auf dem alle Rebsorten des Weinguts mit Rebstöcken vertreten sein werden. Dann sollen auch die Suiten statt einer Zimmernummer den Namen einer Traube tragen.
Eine Anregung für andere Hoteliers könnte die Idee sein, die Mitarbeiter mit Gästekontakt – also Empfang, Verkauf, Reservierung, Bankett – auf der Website unter „Team“ vorzustellen. Dazu die jeweilige Telefon-Durchwahl und die E-Mail-Adresse. Klar, dass auch der GM hier keine Ausnahme macht und mit seinen Kontaktdaten vertreten ist. Barbara Goerlich
www.schloss-hotel.de

