Regional und Lokal
Mitarbeitern geht Geld verloren
Gewerkschaft NGG sperrt sich gegen Erhöhung der tariflichen Entgelte / DEHOGA „über Verweigerung“ enttäuscht
SCHWERIN. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat gegenüber dem DEHOGAAbk. für Deutscher Hotel- und Gaststättenverband.
weiter mit Mausklick... Mecklenburg-Vorpommern die Verhandlungen über einen neuen Entgelttarifvertrag für gescheitert erklärt. Vorangegangen waren mehrere Verhandlungsrunden, in denen der DEHOGA MV seine Angebote zur Anhebung der tariflichen Entgelte immer wieder erhöht hat. Danach sollte etwa die unterste Tarifgruppe ganz gestrichen werden. Damit würde sich der niedrigste tarifliche Einstiegslohn für gering- oder nicht qualifizierte Mitarbeiter um rund 13 Prozent erhöhen. Außerdem sollte das Entgelt in allen Tarifgruppen um 5 Prozent vom ersten Tag des neuen Tarifvertrages an für die nächsten 24 Monate erhöht werden. Die größte Steigerung würden nach dem Angebot des DEHOGA die Ausbildungsvergütungen erfahren. Hier reichen die Erhöhungen bis zu 33 Prozent. Damit würden die tariflichen Azubi-Vergütungen in Mecklenburg-Vorpommern höher als in Schleswig-Holstein ausfallen. „Durch die Verweigerung der NGG gegenüber unseren Angeboten ist unseren Mitarbeitern richtig viel Geld verloren gegangen“, stellt DEHOGA-Präsident Guido Zöllick, fest. „Mit einer fünfprozentigen Tariferhöhung über alle Tarifgruppen hinweg, lägen wir im Spitzenfeld aller Tarifabschlüsse in Deutschland“, so Zöllick. Mehr sei wirtschaftlich nicht vertretbar.
Selbst der NGG-Chef von Deutschland, Franz-Josef Möllenberg, forderte nur eine dreiprozentige Erhöhung. Der Verhandlungsführer des DEHOGA, Valentin Resetarits, bedauert vor allem, dass die außerordentliche Erhöhung der Ausbildungsvergütungen nun nicht greifen würde. „Wir wollten damit vor allem ein wichtiges Signal an junge Menschen senden, einen Beruf im Gastgewerbe zu erlernen. Die Gründe, warum die Gewerkschaft unsere Angebote komplett abgelehnt hat, sind uns schleierhaft. Wenn die NGG stattdessen darauf hofft, dass der Markt das regeln wird, führt sie die Bedeutung von Tarifverträgen ad absurdum“, ist Resetarits überzeugt. „Wir hätten sehr gerne noch vor der diesjährigen Saison abgeschlossen. Das war durch die Verweigerung der NGG nicht möglich“, so DEHOGA-Präsident Guido Zöllick.
Der DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern vertritt die tariflichen Interessen von mehr als 1400 Mitgliedsunternehmen aus Hotellerie und Gastronomie. Der letzte Entgelttarifvertrag ist durch die Gewerkschaft NGG Ende 2009 gekündigt worden. srk
