Sachsen
Mittagstisch lockt viele Gäste
Die Angebotspalette im Gasthof Zur Ratte reicht vom Tanztee bis zum Weinlehrpfad / Mit drei G-Sternen klassifiziert
HARTMANNSDORF. Das Schankrecht ist am Straßenkreuz mitten in Hartmannsdorf seit 400 Jahren belegt. Die nur zwei Fuhrwerkstunden entfernte Leipziger MesseIm wirtschaftlichen Sinne eine zeitlich begrenzte, wiederkehrende Veranstaltung auf einem bestimmten Gelände, die es Produzenten oder Verkäufern einer Ware bzw.
weiter mit Mausklick... bescherte der ehemaligen Pferdewechselstation immer Gäste. Heute lebt das Traditionshaus Zur Ratte, das jüngst drei Sterne in der G-Klassifizierung erhielt, von einem breiteren Angebot.
Regionale Küche und gepflegtes Bier, gemütliche und modern eingerichtete Zimmer gehören dazu. Clou ist die Möglichkeit, in Wasserbetten zu nächtigen. Regelmäßig Tanzabende, Leihfahrräder für Ausflüge, sogar ein Segeltörn auf der Ostsee zählen zu den Angeboten.
„Seit zehn Jahren bauen und gestalten wir“, erzählt Uwe Schneider. In Kürze kommen als Angebote Minigolf und Bogenschießen hinzu. Weil die Tochter Winzerin lernte und in der Pfalz Weinbau studierte, wird sich zum Weinkeller bald ein Weinlehrpfad mit zehn bis zwölf Rebsorten gesellen. Schließlich schwebt dem Hausherren noch ein Eiscafé vor. Es soll den Schlusspunkt unter den Ausbau der Schneider-Gastronomie setzen.
Schrittweiser Ausbau
Als die Familie 1992 das Anwesen im Leipziger Vorort erwarb, führte sie noch ein Hotel in Tunesien. Also wurde Zur Ratte verpachtet. 1998 übernahmen die Schneiders die Ratte in Eigenregie. Schrittweise wurden die Gasträume ausgebaut, der Biergarten ständig erweitert, die Zimmer aufgemöbelt. 2004 wurden die Kegelbahn, Silvester 2006 der Tanzsaal in altem Glanz wiedereröffnet. Die tanzlustigen Leipziger zieht es seitdem zu Tanztee, Disco und Live-Konzerten bekannter Bands. Wenn die Hütte voll ist, auch bei Familienfeiern, ist der Wirt zufrieden. Denn mancher Gast nutzt dann die Übernachtungsmöglichkeit im Haus. Für Busreisende reichten leider die Kapazitäten nicht, bedauert Uwe Schneider. Wenn Betriebe das rustikale Umfeld für Seminare und Tagungen nutzen wollen, schließt man sich deshalb mit dem Hotel und Appartementhaus Am Ratsholz kurz. Ein Umsatzbringer ist das Mittagsangebot. 2,80 Euro kostet das Gericht. 100 Essen werden so täglich an Betriebe, Schloss und Senioren geliefert. Sie sorgen dafür, dass der Küchenherd nie kalt bleibt. Die 20 bis 30 Essen à la carte, die im Schnitt im Gasthaus serviert werden, runden das Ganze ab. Laue Sommerabende füllen den Biergarten, Wochenenden das Ausflugslokal mit Gästen. Spielangebote für Kinder, Sportliches für Jugend und Ältere leisten als Magnet unschätzbare Dienste. Groß geschrieben wird der Service für das nahe Seengebiet: Fahrräder und Tourenkarten stellt das Haus. Und ein Crashkurs im Segeln findet am Cospudener See statt. Weil Segeln sein Hobby ist, lädt Uwe Schneider einmal im Jahr – 2009 vom 12. bis 25. September – zum Segeln auf der Ostsee ein.
Nur der Name des Hauses, der sich von den einst hier im Auwald gezüchteten und im Gasthaus verzehrten Sumpfbibern herleiten soll, ist nicht immer zu vermitteln. „Die Kilo-Preise, welche die Züchter verlangen, sind leider so, dass ich den Gästen diesen Braten kaum schmackhaft machen kann“, so Schneider.
