Anzeige

Leidvolle Erfahrung: Sichtbarer Protest im Jahr 2007 von Gegnern eines attraktiven Hotel-Neubaues am Flensburger Hafenostufer. Das soll in Flensburg nicht noch einmal passieren

© Friedhelm Caspari

Schleswig-Holstein

Mögliche Proteste im Keim ersticken

IHK Flensburg: Geplante Hotelprojekte verdienen der politischen Unterstützung

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2008/26 vom 28. Juni 2008
von

FLENSBURG. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Flensburg fordert in der Diskussion um neue Hotels an der Förde ein entschlossenes Handeln der im Mai neu gewählten Ratsversammlung. Bei den Kommunalwahlen war in Flensburg eine freie Bürgerinitiative angetreten, die völlig überraschend mit 22 Prozent der Stimmen auf Anhieb stärkste Ratsfraktion wurde. In den Reihen der WIF („Wir in Flensburg“) befinden sich viele Mandatsträger, die sich in jüngster Vergangenheit gegen Hotelneubauten am Hafen gewandt hatten.

Eine Stadt mit Potenzial

CDU, SPD und FDP befürchten einen erneuten wirtschaftlichen Rückschritt in der wieder im Aufwind befindlichen Stadt. In jüngerer Zeit siedelten sich viele neue Unternehmen an. „Die Diskussion um neue Hotels in Flensburg zieht sich bereits viel zu lange hin“, reagierte Peter Michael Stein, Hauptgeschäftsführer der IHK, auf das Wahlergebnis. Dabei sei der Bedarf immens groß, denn der Städtetourismus boome. „Flensburg kann hiervon sehr viel mehr als in der Vergangenheit profitieren, wenn hier eine entsprechende Hotellandschaft entsteht.“ Die ablehnende Entscheidung zum Hotelneubau am Hafen im vergangenen Jahr habe bereits Investoren verschreckt. Zum Glück seien neue Geldgeber für andere Hotelprojekte gefunden worden. Weitere Verzögerungen durch politische Unentschlossenheit müssten aber auf jeden Fall vermieden werden. „Was wir jetzt brauchen ist ein politisch mutiges Vorgehen, damit wir die Chancen, die sich für Flensburg im Städtetourismus ergeben auch nutzen“, so Stein, der auch Federführer Tourismus der IHK Schleswig-Holstein und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TASH) ist.

Nach Einschätzung der IHK ist der Bedarf an qualitativ hochwertigen Übernachtungsmöglichkeiten an de Förde so groß, dass zumindest zwei neue Projekte realisiert werden sollten. Grund: Städtetourismus und Kurzreisen liegen im Trend, die Übernachtungszahlen sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Seit 2005 verbuchte Flensburg hier ein Plus von mehr als 18 Prozent – deutlich über dem Landesschnitt. Auf ganz Schleswig-Holstein gesehen sind die Übernachtungszahlen im gleichen Zeitraum um knapp sieben Prozent angestiegen. „Es muss ureigenes Interesse der Kommunalpolitik sein, diese Hotelprojekte zu unterstützen. Durch sie entstehen auch viele Arbeitsplätze, die der Region gut tun“, sagte Stein. Die IHK begrüßt dabei Pläne, die Bürger frühzeitig über die Bauvorhaben zu informieren und ihnen den wirtschaftlichen Nutzen zu erklären. Diese könne die Akzeptanz der Projekte nur steigern. Friedhelm Caspari


ThemenalarmKommentierenDrucken

Weitere Artikel aus Regional und Lokal vom :

Weitere Artikel zu den Themen:

Diesen Artikel bei Google+, Xing, Twitter oder Facebook weiterempfehlen:

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel

Anzeige