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Baden-Württemberg

Mönchs Posthotel steht vor dem Verkauf

Auch die Insolvenzverwalter konnten das traditionsreiche Haus nicht retten / Mitarbeiter wurden entlassen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2002/43 vom 26. Oktober 2002

BAD HERRENALB (bai). Das Bad Herrenalber Flaggschiff, das renommierte Posthotel, wird verkauft. Seit mehr als einem Jahr schwebt über dem weit bekannten Haus ein Insolvenzverfahren. Hauptgläubiger ist die Hypovereinsbank, die allem Anschein nach in der jetzigen Situation keine Zukunft mehr sieht. Insolvenzverwalter Dieter Möhrle von der Kanzlei Kullen, Müller, Zinser in Sindelfingen verhandelt daher bereits mit einem Interessenten, den Namen will er jedoch nicht nennen.

Die Frankfurter Firma Hotour hatte zu Anfang dieses Jahres die Geschäftsführung übernommen. Mit der finanziellen Schieflage endete 2001 die große Tradition der Hoteliersfamilie Mönch. Posthoteleigentümer Hubert Mönch war vermutlich im Zusammenhang mit dem Flowtex-Skandal in Schwierigkeiten geraten, war er doch auch Geschäftsführer des zu langjähriger Haftstrafe verurteilten Manfred Schmider auf dem Baden-Airpark und in Rastatt. Er selbst jedoch führt den Rückgang der Gästezahlen auf eine Großbaustelle in nächster Nähe des Traditionshauses zurück. Der dadurch vorhandene Lärm habe viele seiner anspruchsvollen Kunden von einem Besuch abgehalten. Gescheitert ist der Versuch des Insolvenzverwalters, mit Hotour den Betrieb wieder voll ins Laufen zu bringen. Nach einem halben Jahr zeichnet sich ab, dass die Umsatzverluste in absehbarer Zeit nicht auszugleichen sind. Aus dieser Erkenntnis heraus zog der Hauptgläubiger die Stundung der Kredite zurück. Mit ausschlaggebend war vermutlich auch die Einschätzung, dass Häuser dieser Art gewinnbringend nur geführt werden können als Familienbetriebe. Dem Personal wurde zum 30. September gekündigt. 25 Mitarbeiter waren betroffen. Die Immobilie ist, so heißt es, mit etwa zwei Millionen Euro belastet. An den beiden ersten Stellen sind die Kreissparkasse Calw und die Baden-Württemberg-Bank mit jeweils 100000 Euro im Grundbuch eingetragen. Den Hauptbrocken trägt die Hypovereinsbank. Alle drei Geldinstitute versuchen nun, das Posthotel freihändig zu verkaufen, da bei einer Zwangsversteigerung ein geringerer Betrag erwartet wird.

Auch im benachbarten Murgtal zeichnet sich das Ende einer traditionsreichen Ära ab. Unter den Hammer kommt in Forbach-Hundsbach das Hotel „Tannenberg“. Der Zwangsversteigerungstermin wurde für Mittwoch, 20. November, um 9.30 Uhr am Amtsgericht Rastatt anberaumt. Seit einigen Jahren ist das Haus verpachtet, der Betrieb läuft trotz der Versteigerung weiter. Als Verkehrswert wurden einschließlich der Ausstattung 812000 Euro festgesetzt.

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