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Hotellerie

Mövenpick lässt Türen zu

Das Unternehmen kündigt Pachtvertrag für neues Hotel in der Inselstraße / Grund sei die verzögerte Übergabe des Betriebs

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2009/4 vom 24. Januar 2009

DÜSSELDORF. Am 8. Januar, wenige Wochen vor der angekündigten Eröffnung des Mövenpick Hotels in Düsseldorf, machte das Unternehmen überraschend eine Kehrtwende. In einer knappen Pressemeldung informierte Mövenpick Hotels & Resorts die Öffentlichkeit darüber, dass man sich aus dem Pachtvertrag für das „im Bau befindende Hotelprojekt an der Inselstraße in Düsseldorf“ zurückziehe.

Grund für die Auflösung des Pachtvertrages sei die verzögerte Übergabe des Hotelbetriebes. Geplant war die Übergabe laut Mövenpick für Mitte Dezember 2008 und die Eröffnung für Mitte Januar 2009.

Projektentwickler des zentral gelegenen 251-Zimmer-Hotels, das seinen Eigentümer rund 44 Mio. Euro kostete, war die LIP Unternehmensgruppe aus Hamburg. Sie hatte die Immobilie vor einigen Monaten an Pramerica TMW Immobilien Weltfonds in München verkauft. Bestandteil des Deals war der 20-jährige Pachtvertrag mit Mövenpick. „Nach unserem Wissensstand sollte das Hotel noch im Februar öffnen, das wäre anderthalb Monate später als ursprünglich vereinbart“, sagte Pramerica-Sprecherin Ursula Schwarz der AHGZ in Stuttgart. Schwarz zeigte sich überrascht darüber, dass Mövenpick diese geringe Zeitüberschreitung als Anlass für die Kündigung nennt. Schließlich sei das Projekt sehr komplex gewesen. Auf der Suche nach den vermeintlich wahren Gründen spekulierte die lokale Presse über Probleme mit Anwohnern und eine negative Marktentwicklung in Düsseldorf. Das aber dementiert Ola Ivarsson, Senior Vice President Europe bei Mövenpick. Das Anwohnerproblem sei gelöst worden und der Markt Düsseldorf sei nach wie vor interessant, sagte er der AHGZ. Auch den Standort des Hotels halte er für unverändert gut.

Auch Spekulationen von Mitbewerbern, die Schweizer hätten lediglich gekündigt, um die Vertragsmodalitäten mit einem unter Druck geratenen Investor noch zu ändern, weist Ivarsson zurück. Das Pre-Opening-Team sei aufgelöst, man habe keinen Kontakt mehr zu dem Projektentwickler und keinen Plan für das Hotel.

„Häufigste Hintergründe für eine Auflösung von Pachtverträgen sind eingetrübte Marktaussichten oder ein zerrüttetes Verhältnis zwischen Pächter und Verpächter“, meint Berater Peter Bierwirth vom Unternehmen Bierwirth und Partner in Rüsselsheim. Die Marktaussichten für 4-Sterne-Hotels in Düsseldorf sieht er im Augenblick eher skeptisch. Düsseldorf profitiere zwar immer wieder von großen Messen, doch seien Geschäftsreisen und Anteile ausländischer Gäste in Deutschland derzeit rückläufig, der Düsseldorfer Markt im gehobenen Segment zudem schon gut bestückt.

Überschätzter Standort

Schon vor einem Jahr hatte Jan Hein Simons, Chef von NH Deutschland, in einem Interview mit der AHGZ darauf hingewiesen, dass der Standort Düsseldorf seiner Meinung nach vielfach überschätzt werde. „Wir haben dort schon drei Hotels, mit denen wir gute Geschäfte machen. Aber künftig können wir unser Geld woanders sicher besser unterbringen“, sagte er auf potenzielle Projekte in Düsseldorf angesprochen.

Der Eigentümer, der TMW Immobilien Weltfonds von Pramerica in München, blickt trotzdem positiv in die Zukunft. „Wir sind optimistisch, dass wir einen neuen Pächter finden werden“, sagte Sebastian Lohmer, Geschäftsführer von TMW Pramerica, der AHGZ. „Es gibt viele Interessenten, darunter renommierte Ketten.“

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