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Motel One eröffnet zweites Haus in Stuttgart

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2011/48 vom 26. November 2011
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STUTTGART. Seit 7. November empfängt es Gäste, am vergangenen Donnerstag war die offizielle Eröffnung. Stuttgarts zweites hat eine Lage, wie sie besser nicht sein könnte. In unmittelbarer Bahnhofsnähe, am Beginn der längsten Fußgängerzone Deutschlands, der Königstraße. Auch Schauspielhaus und Oper sind nah.

Direktor Lothar Müller freut sich: „Es ist sehr, sehr gut angelaufen. Unter der Woche waren wir meist ausgebucht.“ Die Gäste hätten auf das Haus in der Innenstadt regelrecht gewartet, sagt der Hotelchef, der zuvor vier Jahre lang das Motel One an der Heilbronner Straße geleitet hat.

Das neue Stuttgarter Haus weist alle Zutaten auf, die Motel One erfolgreich gemacht hat: Die charakteristischen türkisfarbenen Drehsessel, den elektrische Kamin in der Lobby, die in Stuttgart besonders großzügig ausgefallen ist und sogar in einen Innenhof übergeht, Ledersofas und stylische Fauteuils.

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Die Zimmer (15,8 qm) sind so ausgestattet, dass sich auch anspruchsvollere Gäste damit anfreunden: Mobiliar und Stoffe sind hochwertig und zeitgemäß designt, es gibt einen mobilen Arbeitsplatz, W-Lan-Zugang, einen Sessel und einen Loewe-Flachbildfernseher mit iPod-/MP3-Anschluss. Das Bad ist ausgestattet mit dunklem Granit, Regendusche, Waschtischarmaturen von Dornbracht, Fön und WC. Einen Schrank allerdings gibt es nicht. Auch ein Restaurant spart sich Motel One grundsätzlich, ebenso wie

Tagungsräume. Das Frühstücksbuffet kostet 7,50 Euro pro Person. Die Bar ist rund um die Uhr geöffnet.

Das Service-Angebot ist, so will es das Konzept, auf das Wesentliche reduziert. Auch das spart Kosten und macht den Preis von 69 Euro für eine Einzelübernachtung ohne Frühstück möglich. 20 Euro Aufschlag werden bei wichtigen Messen und beim Cannstatter Volksfest verlangt, räumt Lothar Müller ein. „Das sind zehn Anlässe im Jahr“. Doppelt belegt kostet ein Zimmer 84 Euro. Müller rechnet mit einer durchschnittlichen Belegung über dem Stuttgarter Schnitt, die laut Stuttgart Marketing im ersten Quartal 2011 bei 40,1 Prozent (Bettenauslastung) lag. Betrachtet man nur die Kettenhotels liegt sie bei 60,3 Prozent, so der aktuelle AHGZ-Monitor. Blickt man auf alle derzeit 38 Motel-One-Häuser lag deren Auslastung 2010 bei 71 Prozent. Das neue Hotel hat 231 Zimmer und beschäftigt 18 Mitarbeiter. „Neu geschaffene Arbeitsplätze“, betont der Hotelchef. Über die Investitionssumme schweigt sich das Unternehmen aus.

Viel Platz: Die Lobby schmücken Bilder von Motorsport-Heroen und Hotelchef Lothar Müller hat bereits einen Weihnachtsbaum aufgestellt Fotos: Hotel/Holger Zwink

Nicht wirklich froh über den neuen Mitbewerber sind die Chefs der unmittelbar benachbarten Hotels Rieker (3 Sterne) und Unger (4 Sterne). Rieker-Pächter Bernd Gugel gegenüber der AHGZ:„Ich nehme den neuen Mitbewerber sehr ernst.“ Und er fügt hinzu, dass er im kommenden Jahr mit Belegungs- und Umsatzrückgängen rechnet. Peter Weishäupl vom Privathotel Unger macht sich ebenfalls auf Umsatzeinbußen gefasst. „5 Prozent wären verkraftbar“, sagt er, versprüht aber Zuversicht. Er weist auf die großen Unterschiede im Leistungsprofil und im Charakter der beiden Häuser hin. Außerdem habe man sehr viele Stammgäste. Ebenso ist es im Hotel Rieker, wo im nächsten Jahr bei laufendem Betrieb Zimmer renoviert werden sollen. Beide Hotelchefs wundern sich allerdings sehr darüber, dass das Motel One ohne Tiefgarage gebaut werden durfte.

Im Azenberg Hotel, einem privaten 4-Sterne-Haus am Fuße des Killesbergs, sieht man das Motel One nicht als Bedrohung. Direktionsassistentin Nicole Hübner: „Als 2-Sterne-Hotel bedient es einen anderen Markt, unsere Dienstleistung ist anders.“

Elisabeth Berger vom Kronen-Hotel, ein 4-Sterne-Haus in Bahnhofsnähe, unterstreicht den sehr persönlichen Stil ihres Hotels sowie die andere Alterstruktur ihrer Kunden und sie verweist auf 90 Prozent Stammgäste. Allerdings verhandelten derzeit Firmenkunden mit ihr und versuchten zum Teil wegen Motel One den Preis zu drücken. „Darauf lassen wir uns nicht ein.“ Markus Hofherr, Vorsitzender der DEHOGA-Kreisstelle Stuttgart sagt: „Der Markt wird es richten. Wir leben in einer Marktwirtschaft, da kann man keine Schutzmauern errichten.“ Er räumt aber ein: „231 Zimmer in diesem Preissegment sind natürlich schon eine große Konkurrenz.“

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