Gastronomie
München: Wirte zapfen erfolgreich Fremdbiere
von Karin Gabler
MÜNCHEN. „Wer Vielfalt predigt, muss auch Vielfalt leben“, sagt Georg VI. Schneider, der in seinem Stammhaus, dem Weissen Bräuhaus im Tal in München, jetzt einen speziellen Zapfhahn für wechselnde „Fremdbiere“ der Freien Brauer reserviert hat. Berührungsängste mit möglicher Konkurrenz hat der Chef der Schneider Weissbierbrauerei nicht. Er ist seit Gründung des Verbunds der Freien Brauer vor drei Jahren aktives Mitglied und will seine Kollegen in den inhabergeführten, meist kleinen Braureien in Deutschland, Österreich und den Niederlanden bewusst fördern. „Ich sehe darin für den Verbraucher einen echten Lustgewinn“.
Der extra Zapfhahn an der Schänke im ersten Stock der Traditionsgaststätte wurde im Zuge der 2008 beendeten Umbaumaßnahmen gleich von vorneherein als siebter Zapfhahn fest mit eingeplant. Seit Beginn des Jahres fließt daraus das Zwettler „Original“ von der Privatbrauerei Zwettl im niederösterreichischen Waldviertel. Die 300 Jahre alte Brauerei wird in 6. Generation von Karl Schwarz geführt.
Sie arbeitet im untergärigen Bereich und verwendet ausschließlich Rohstoffe aus der umittelbaren Umgebung, wobei der Hopfen seit 20 Jahren selbst angebaut wird. In etwa sechs Wochen soll im Weissen Bräuhaus ein anderes Bier an die Reihe kommen. „Die Gäste reagieren begeistert“, bestätigt Schneider, der mit seiner Initiative bisher der einzige Freie Brauer ist und sogar extra Gläser dafür produzieren liess.


