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Eigens für die Wahl hatte das seit Juli 2005 geschlosseneTraditionskino Kosmos zu der im wahrsten Sinne des Wortes „Berlins schrägsten Wahl-Party“ eingeladen. Nach Umbauarbeiten soll der Komplex bis Jahresende wieder vielfältig nutzbar sein.

Berlin

Nach demVotum zum Brunch

Wegen öffentlicher Raumknappheit fungierten in diesem Jahr auch Gaststätten und Kantinen als Wahllokale

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/40 vom 8. Oktober 2005
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BERLIN Insgesamt 2,4 Mio. Berliner waren am Wahlsonntag aufgefordert, ihre Stimmen in den 2582 Wahllokalen abzugeben. Das spanndende Polit-Event avancierte auch in der Gastronomie zu einem Thema mit vielfältigen Vermarktungschancen. So zum Beispiel in dem seit Juli 2005 geschlossenen Kino Kosmos, das die neuen Betreiber Olaf Ponesky und Mirko Kahle bis Jahresende schrittweise für zwei Millionen Euro zu einer Art „Kreiskulturhaus mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten“ umbauen wollen. Sie hatten am Wahlvorabend ab 23 Uhr zu „Berlins schrägster Wahl-Party“, eingeladen. Eigens dafür waren im leer geräumten großen Kinosaal auf dem abfallenden Fußboden Holzterrassen und Tische montiert worden.

Neben Schulen, Kitas und Sporthallen haben sich auch gastronomische Einrichtungen als akzeptable Demokratieforen bewährt, denn seit der zunehmenden Privatisierung einst öffentlicher Einrichtungen nutzen die Wahlleiter immer öfter diese angebotenen Möglichkeiten. Einige Lokalitäten haben darin schon Tradition. Die Rehberge-Klause, eine echte Weddinger Kiez-Kneipe, steht dazu bereits in dritter Generation zur Verfügung. Erstmals bewarb sich die Betreiberin von Peggysbistro, einer Hinterhofkantine in der Lützowstraße, um eine solche Aufgabe. Um den ordnungsgemäßen Wahlakt in ihren Räumen zu garantieren, agierte die rührige Wirtin zusammen mit ihrem Lebensgefährten auch gleich als Wahlvorstand. Außerdem konnten hier hungrige Berliner nach dem Urnengang von einem preiswerten Mittagstisch mit Geflügel profitieren. Vermutlich kleinstes Wahllokal dürfte das Jägerhäuschen im Saatwinkel mit lediglich 237 Stimmberechtigten gewesen sein. Kulinarisch geprägtes Ambiente erwartete auch die 1747 potenziellen Wähler in der Kulturküche Bohnsdorf. Verwöhnt wurden vor allem die Nachbarn vom Restaurant Lindengarten am Nordufer. Wer aufgefordert war, hier seine Kreuzchen zu machen, konnte sich spontan zu einem Brunchbesuch samt dezenter Live-Musik entscheiden.

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