Sachsen
Nach der Flut kann vor der Flut sein
Grillpartyim Biergarten der „Lindenschänke“ zum dritten Jahrestag der Hochwasser-Katastrophe
DRESDEN Im Sommer 2002 stieg die Elbe in Dresden auf 9,40 Meter an und überflutete fast die Hälfte der Stadt. Auch zahlreiche Gaststätten wurden in Mitleidenschaft gezogen, zum Beispiel die beliebte „Lindenschänke“ in Altkaditz. Der aus Bayern stammende Wirt Gerd Kastenmeier hatte die Gaststätte 1998 eröffnet und vorher viel Geld in die Sanierung des historischen Anwesens stecken müssen. Bis zum Elbepegel von 8,40 Metern, das waren rechnerisch zehn Zentimeter mehr als das „hundertjährige“ Hochwasser verlangt, wäre alles dicht gewesen. So aber stand das Wasser bis an die Dachrinnen des Biergartens und verursachte einen Schaden von rund einer Mio. Euro – nicht gerechnet Umsatzausfall und Lohnausgleich.
Gerd Kastenmeier konnte sich auf die Hilfe der Anwohner und des benachbarten Wirtes der „Einflugschneise“ verlassen und öffnete bereits nach drei Monaten wieder. „Ein Gutes hatte die Katastrophe. Wir sind mit unseren Nachbarn eng zusammengewachsen. Gab es vorher immer mal Beschwerden von Anwohnern, dass ein Gast zu laut war, klappt die Zusammenarbeit seit dem Hochwasser bestens“, so Kastenmeier. Der Wirt hatte aus diesem Grund am dritten Jahrestag der Katastrophe die Nachbarn zu einer Grillparty im Biergarten eingeladen. Die Elbe floss in ihrem angestammten Flussbett gemütlich dahin und man tauschte an Hand von Fotos Erinnerungen aus. Gleichzeitig konnten sich alle überzeugen, dass die Lindenschänke jetzt auf 10,60 Meter Elbepegel dicht gemacht wurde. Da muss wohl niemand mehr um sein Lieblingsrestaurant bangen. „Nach der Flut kann nämlich vor der Flut sein“, so Kastenmeier.
