Baden-Württemberg
Nah an den Lebensmitteln
Der Studiengang Food Management in Bad Mergentheim hat sich etabliert / 70 Studierende
Bad Mergentheim. Mit der Einführung des Studiengangs Food Management und Kulinaristik hatte sich die Berufsakademie (BA) Mosbach (Campus Bad Mergentheim) im Herbst 2007 auf ein völlig neues Feld begeben. Nach gut einem Jahr kann die Entwicklung als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden: Das ungewöhnliche Studienangebot hat bereits im zweiten Studienjahr seine Neuanmeldungen verdoppeln können. Die Gesamtzahl der Studenten ist auf mehr als 70 gewachsen. Allein 49 Neustudierende zählt der Bachelor-Studiengang Food Management & Kulinaristik.
Großes Interesse
Dazu kommen weitere knapp 25 Studenten, die sich bereits im zweiten Studienjahr befinden. Sabine Woydt, Professorin und Leiterin des Studienganges, freut sich darüber, dass sich die Zahl der Ausbildungsbetriebe für den dualen Studiengang von 17 auf 37 verdoppelt hat. „Fasst man die Partner der Jahrgänge 2007 und 2008 zusammen, so kooperieren mittlerweile 46 Firmen mit der BA, um im dualen Studium Nachwuchs im Bereich Food Management auszubilden“, so Woydt weiter. Beteiligt sind unterschiedlichste Unternehmen aus der Nahrungsmittelbranche. Außer Lebensmittel-Handwerksbetrieben gehören unter anderem Würzburger Hofbräu, Edeka, die Großhändler Metro und SB Union sowie sechs Feinkosthandelsbetriebe, neun Catering-Betriebe (darunter die Bahn AG und die Käfer GmbH in München), 14 Restaurants (vom Autobahnrasthof bis Block House), zwei Systemgastronomien (Burger King und Enchillada), sowie der Küchenhersteller Palux zu den BA-Ausbildungspartnern.
Kulinaristik klingt zunächst vor allem nach Genuss. „Genießen können einige schon, da sie aus der Praxis kommen“, meint Otto Geisel, Vorsitzender von Slow Food Deutschland und Chef des Hotels Victoria in Bad Mergentheim, der den Studiengang mit initiiert hat.
Zunächst gehe es bei dem Bachelor-Studium jedoch um 70 Prozent Betriebswirtschaft und „nur“ um 30 Prozent Kulinaristik. Dazu zählten unter anderem Fachwissen zur Lebensmittelproduktion, zu Handel und Ernährung, zur Essgeschichte, zu Volkskunde und zur Geschmacksforschung. Das duale Ausbildungssystem sieht dabei einen Mix aus akademischer Theorie und betrieblicher Praxisausbildung vor.
Exkursion ins Piemont
Im vergangenen Studienjahr waren die BA-Studenten unter anderem – samt Service-Auftrag – bei der Witzigmann-Preisverleihung in Stuttgart sowie der Stallwächterparty in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin zu Gast. Im vergangenen Herbst gab es eine Exkursion ins Piemont: die Slow-Food-Messe Salone del Gusto sowie ein Besuch der Slow-Food-Universität in Pollenzo standen auf dem Programm. Absolventen bieten sich nach Angaben Geisels Chancen als Einkäufer im Lebensmittelhandel sowie als Gastronom, der vertiefte Kenntnisse über regionale Produkte habe und über ein größeres Qualitätsverständnis verfüge. Eine Informationsveranstaltung zum Studiengang findet statt am 9. Februar 2009 auf dem Campus Bad Mergentheim.
www.ba-mergentheim.de