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Rainer und Elke Förster stoßen auf das neue Marcolini an.

Ruhnau

Sachsen

Neue Gaumenfreuden bei Marcolini

Elke und Rainer Förster, Hoteliers aus dem Elbsandsteingebirge, haben Sandstein-Gewölberestaurant in Dresden übernommen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2005/39 vom 1. Oktober 2005
von

DRESDEN Graf Camillo Marcolini würde ganz sicher StammgastBezeichnung für einen Gast, der innerhalb von zwei Jahren wiederholt in demselben Beherbergungsbetrieb übernachtet.
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im neuen Restaurant der Dresdner Albertstadt werden, das seinen Namen trägt. Der einstige Generaldirektor der Kunstakademie und Direktor der Porzellanmanufaktur, ständiger Begleiter von Kurfürst Friedrich August dem Gerechten (Enkel von August dem Starken), hatte 1785 das Villenanwesen mit einem 2500 Quadratmeter großen Park zum Elbufer hin erworben. Gaumenfreuden war er nicht abgeneigt, aber Gastlichkeit zog in das Anwesen erst knapp 200 Jahre später, nach der deutschen Wiedervereinigung, ein.

Die großzügig angelegte Villa bezogen Ärzte des Dresdner Herzzentrums, und in den Sandstein-Gewölbekellern etablierte sich ein Restaurant. Gourmets sollten vor allem einkehren und dementsprechend war auch die Karte ausgelegt. Die Hauptgerichte gingen bei 30 Mark (später 18 Euro) los. So richtig florierte das Geschäft allerdings nicht, auch nach einem Betreiberwechsel blieben zu viele Plätze leer. Ende 2004 wurden die Türen ganz verschlossen und die Immobilie stand zur Zwangsversteigerung.

Georg Köberl und Lydia Dörr, ein Unternehmerduo aus München, erwarb das Anwesen. Mit dem Hotel Elbschlösschen in Rathen sowie dem Hotel Amethyst in Prag hatten sie bereits gastliche Erfahrungen in sächsisch-böhmischen Gefilden gesammelt. Vor allem bauen sie auf das einheimische Betreiberehepaar Rainer und Elke Förster. Beide hatten in vornehmen Küchen der DDR-Interhotels Koch gelernt und konnten in ihrem 4-Sterne-Hotel des Elbsandsteingebirges auch unternehmerische Fähigkeiten nachweisen. Auch mit langem Atem nach der Hochwasserflut. So wuchs der UmsatzWertmäßige Erfassung des Absatzes einer Unternehmung.
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aus Übernachtung und Gastronomie in diesem Jahr um weitere 15 Prozent bei einer Zimmerauslastung von 70 Prozent in der Saison. Die neuen Besitzer investierten 200.000 Euro in eine neue Küche und überholten die Heizungs- und Klimaanlage. Seit September können nun bis zu 90 Gäste in zwei prächtigen Tonnengewölben Platz nehmen. Außerdem stehen in einem separaten Raum 24 Plätze zur Verfügung. Der Park lädt derzeit erst auf einer Terrasse zum Verweilen ein, aber im nächsten Frühjahr soll dort ein Biergarten entstehen.

Mit einem neuen Konzept wollen die Försters für alle Gästekreise da sein. Die Preise der Hauptspeisen beginnen bei 6,40 Euro und haben bei 15,90 Euro ihre Grenze. Küchenchef Wolfgang Schuster (er kochte von 1994 bis 1997 bereits hier) will dazu ein saisonales Wochenmenü anbieten. „Frühstücken kann man bei uns bis 16 Uhr, und Regionales ist bei uns Trumpf“, so Rainer Förster. Er verweist auch auf den hauseigenen Kräutergarten, wo die Kresse wunderbar gedeiht. Außerdem setzt er ausschließlich Rapsöl ein.

Da das Marcolini nicht an der touristischen Durchlaufmeile gelegen ist, setzen die neuen Betreiber vor allem auf Stammgäste. Die sollen mit unterschiedlichen Veranstaltungen, Konzerten, Buchlesungen sowie themengebundenen Events in der Verbindung von Speisen, Getränken und Erlebniswelt gelockt werden. „Wenn der Urlaub in Spanien vorbei ist, soll der Gast ihn bei uns noch einmal aufleben lassen“, stellt sich der Wirt die Zukunft vor. Auch Firmenevents oder Familienfeiern kann er sich gut vorstellen. Ein besonderer Trumpf ist natürlich das Hotel im Elbsandsteingebirge, denn die dortigen Gäste werden zum Ausflug nach Dresden eingeladen und sollen zum Dinner natürlich bei Marcolini einkehren.

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