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Starten mit frischem Schwung: Restaurantchefin Christina Aue und Gastronomieleiter Alexander Busch Fotos: Marion Schlag

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Neuer Geschmack im Funkturm

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2012/17 vom 21. April 2012
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BERLIN. Die Verjüngungskur ist gelungen: wärmere Farbtöne, neue Möbel, angenehme Wartezonen und ein modifiziertes Gastronomieangebot. Der 43 Jahre alte Fernsehturm am Berliner wurde in den vergangenen fünf Monaten aufwändig aufgehübscht. Die vor 15 Jahren mit der technischen Generalsanierung begangenen innenarchitektonischen Stilbrüche gehören auch dank der engagierten Mitarbeit der Denkmalschützer der Vergangenheit an.

Klassiker neu interpretiert

Die Veränderungen beginnen bereits im Eingangsbereich. Bei jährlich etwa 1,2 Mio. Besuchern war hier Gedrängel vorprogrammiert. Jetzt sorgen ein vergrößerter Souvenir-Shop und Sesselgruppen für eine entspanntere Atmos-phäre. Restaurant und Aussichtsetage in mehr als 200 Metern Höhe wurden ebenfalls umfassend modernisiert. Das ansprechende Retro-Design im DDR-Look erstreckt sich aber nur auf die Optik.

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„Was Sicherheit und Komfort betrifft, da sind wir ganz auf der Höhe der Zeit“, unterstreicht , Geschäftsführerin der TV Turm Alexanderplatz Gastronomiegesellschaft mbH. Dazu zählen effektivere Klimaanlagen, neue Küchentechnik sowie feuerfeste beziehungsweise schwer entflammbare Materialien. Zudem wurde die für häufigen Besucherstau verantwortliche Garderobe aus der Panorama-EtageDie einzelnen Stockwerke eines Beherbergungsbetriebs.
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in das Foyer verlegt.

Komplett neu im alten Charme präsentiert sich das drehbare Restaurant mit seinen 200 Plätzen. Die Lederstühle sind bequemer. Die großen Achter-tische wurden durch Zweier- und Vierertische ersetzt. „Damit bieten wir unseren Besuchern mehr Individualität und mehr Aufenthaltsqualität“, sagt die Chefin. Der Clou ist der seit Ostern fertige, bei Abendveranstaltungen leuchtende Sternenhimmel mit 4860 Lichtpunkten. Demnächst sorgen außerdem Livemusik am Piano für Stimmung.

363 Tage im Jahr drehen sich die fest installierten Tische ein- oder zweimal pro Stunde um 360 Grad und bieten einen phantastischen Blick über die Spreemetropole. Zum optischen gesellt sich der kulinarische Genuss. Tagsüber dominiert das Kaffee-, Kuchen- und Eisgeschäft. Beliebt bei den rund 60 Prozent deutschsprachigen und 40 Prozent internationalen Touristen aus mehr als 90 Ländern sind auch leichte Snacks und regionaltypische Berliner Gerichte. Abends darf es gern opulenter sein.

Deshalb haben Geschäftsführerin Christina Aue und ihr gastronomischer Leiter Alexander Busch im Zuge des Umbaus auch das kulinarische Angebot modifiziert. Nach der Devise „kleiner, aber feiner“ stehen statt bisher 30 nunmehr 18 Gerichte zur Auswahl. Außer den bekannten DDR-Klassikern wie „Steak au four“ und Soljanka werden jetzt auch Jacobsmuscheln mit Champagnerschaum, Kabeljau in Bergamottesauce und rosa gebratener Kalbsrücken serviert. Das beliebte Ragout fin, das in der Mangelgesellschaft mit Schweinefleisch vermischt war, besteht komplett aus Kalbfleisch. „Wir bieten hochwertige Gerichte, haben aber keinen Gourmetküchenanspruch oder einen Stern im Visier“, betont Aue und verweist auf die Besonderheiten der Zubereitungsart in der Zentralküche am Fuße des Fernsehturms, die wegen der erhöhten Brandschutzanforderungen nötig war. Oben in der kleinen Restaurantküche durfte bisher nur erwärmt und verfeinert werden. Wenn demnächst ein moderner Kontaktgrill installiert ist, erhöht sich das Angebot frisch zubereiteter Fisch (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Fisch")- und Fleischspeisen.

Besucher finden toll

Neu sind auch die preislich abgestuften 2- bis 4-Gänge-Menüs, die sich die Gäste ab 18 Uhr à la carte selbst zusammenstellen können. Das Team an der ebenfalls frisch renovierten Bar ergänzt die Genuss-Offerte mit vier hauseigenen Cocktails (Leseprobe und weitere Informationen zum Buch "Cocktails").

Rund 1,5 Mio. Euro hat das Unternehmen in die Renovierung investiert. „Damit das Geld auch in der Region bleibt, gingen die Aufträge an Berliner und Brandenburger Firmen“, betont Christina Aue. Explizit bedankt sie sich bei ihren rund 100 Mitarbeitern, die in zwei Schichten bei laufenden Bauarbeiten und permanentem Publikumsverkehr Flexibilität und Nervenstärke bewiesen hätten. Der schönste Lohn für alle sei das überaus positive FeedbackJede Art von Rückmeldung, die anzeigt, ob eine andere Person ein bestimmtes Verhalten oder eine sprachliche Äußerung verstanden hat und darauf reagiert.
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der Besucher, sagt die Geschäftsführerin.

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

Torsten Neumaier, Berlin
Torsten Neumaier, Berlin

21.04.2012 um 20:57

Betreff: berliner provinz

da wird der fernsehturm aufwendig renoviert, umgestaltet und dann kommt steak au four auf den tisch. also irgendein schweineschnitzel, was mit klebekäse solange überbacken wurde, bis es völlig ausgetrocknet war. ist der fernsehturm nun eine touristenatrraktion oder ein ort der alten ddr-seeligkeit für die erinnerungen an die gute minderversorgung, als in der küche aus nichts brauchbares irgendwas halb ungenießbares erfunden wurde?! von einer hauptstadt mit dem anspruch einer weltmetropole hätte ich mehr erwartet. viel mehr...

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