Gastronomie
Neuer Küchenchef in der Grinsekatze
von Astrid Filzek-Schwab
MÜNCHEN. Aller Anfang ist schwer – das mussten die beiden Chefs der Grinsekatze in München, Anna Regenberg und Toby Kronwitter, erfahren: „Wir hatten so einige Startschwierigkeiten“, gibt Anna Regenberg zu: Durch die Fernseh-Präsenz der Gastro-Newcomer sind die Gäste sind extrem kritisch: „Sie erwarten uns persönlich. Wenn wir mal nicht da sind, sind sie sehr enttäuscht“, sagt Regenberg.
Die Gäste wollen die Fernseh-Stars live erleben, am liebsten persönlich mit ihnen sprechen –und viele wollen ein Foto machen! Das Telefon war nicht freigeschaltet – die alte Nummer stimmte nicht mehr. So konnte man nur per Mail reservieren. „Wir bekamen täglich Tag etwa 1500 Mails, die haben wir selbst bearbeitet. Uferlos! Jetzt haben wir ein Reservierungssystem und einen Praktikanten, der das macht“, sagt Anna.
Auch die Küche hatte so ihre Probleme, was die Gäste stark kritisierten: „Im Internet gab es schreckliche Beurteilungen. Unser anfänglicher Küchenchef Ashoka Lenz war etwas überfordert“, gibt Toby Kronwitter zu. Die Konsequenz haben sie jetzt gezogen: Seit dem 1. März steht ein neuer Küchenchef am Herd: Gunnar Trude. Der 28 Jährige hat u.a. im Berliner Ritz Carlton oder im Restaurant Colon auf Mallorca gearbeitet. „Ich will Sachen kochen, die Spaß machen“, ist seine Devise.
Ungewöhnliche Kreationen soll es weiterhin geben: „Die Speisen sollen ideenreich sein, mit Anklängen aus Mallorca oder auch England“. Die Karte soll ein wenig „verrückt, querbeet und kreativ, aber natürlich von hoher Qualität“ sein. Die Speisekarte wechselt wöchentlich: Mittags gibt es eine kleine Karte, etwa Jacobsmuscheln auf Sprossen -Zuckerschotengemüse oder als Hauptgang Zander im Gemüsegefängnis mit Kartoffel-Speckpüree.
Abends ist die Karte etwas umfangreicher: Strauß meets Hirsch – Gulasch von Strauß und Hirsch in Rotweinsauce auf Butternudeln oder gebratener Tigerwels auf Kresseschaumsauce, Rote-Beete-Püree und Nusskartoffeln.
Anders als andere Lokiale wollen die Gewinner der Vox-TV-Doku „Mein Restaurant“ weiterhin bleiben: Jeder Tisch ist anders eingedeckt: Mal gibt es nur Gabeln – die Messer liegen am Nebentisch. „So wollen wir die Kommunikation fördern“, sagt Anna. Mal liegen die Gläser oder die Teller kunstvoll ineinander gestapelt, mal ist das Besteck in einem Kreis angeordnet.
So langsam kehrt jetzt der Alltag ein - und der bringt für Anna und Toby: jede Menge Arbeit! Beide kümmern sich 6 Tage die Woche selbst um ihre Gäste im Lokal. „Wir haben einen Arbeitstag von12 bis 14 Stunden“, sagt Regenberg. Beide sind weiterhin im TV präsent: Vox hat eine Doku gedreht „Was wurde aus“ in der Serie Wissenshunger. Für einen Dreh „Unter Volldampf“ stellten sie ihr Lokal zur Verfügung. Außerdem dreht Vox eine neue Staffel „; Mein Restaurant“, für die Anna und Toby Werbung machen. Die beiden sind immerhin echte Stars geworden, und das macht das Führen eines Restaurants nicht gerade leichter.
„Wo’s hingehen soll? Auf jeden Fall weiter nach oben“. meint Toby. „Ich möchte auf jeden Fall nicht nach einem halben Jahr zusperren, wie die Restaurants aus der Doku in den anderen Ländern“, sagt Anna. Die Fernseh-Werbung macht sich weiterhin bezahlt: Bis zum April ist die Grinsekatze fast ausgebucht: „Wir haben am Wochenende nur mittags noch Tische frei oder abends unter der Woche“, freut sich Kronwitter.
Die Tische werden abends zwei Mal vergeben: von 18 bis 20 Uhr und von 20.30 bis 24 Uhr. „Wer den ganzen Abend bleiben will, kann das auch – er sollte es bei der Reservierung sagen“, so Anna. Gewinn ist aber bislang noch nicht in Sicht: „Unsere Umsätze sind sehr gut, aber die Anfangskosten haben alles aufgefressen“, so Kronwitter. Denn von Ihrem Gewinn während der Fernseh-Doku durften sie nichts behalten. Geöffnet ist das Lokal in der Münchner Ismaninger Strasse täglich von zwölf bis 24 Uhr, am Freitag und Samstag bis 3 Uhr.


