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Regional und Lokal

Neues Leben auf der Hochseedüne

Gastronomen planen auf Helgoland Neubau des Dünenrestaurants / Investorengemeinschaft will 2 Mio. Euro aufbringen

aus: AHGZ-Druckausgabe Nr. 2010/35 vom 28. August 2010
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HELGOLAND. Die kleine Nachbarinsel Düne hat jahrelang ein Schattendasein neben der Hauptinsel Helgoland geführt. Einziges Highlight neben dem Flugplatz, Dünendorf, Campingplatz und Friedhof der Namenlosen ist das Dünenrestaurant. Doch das bestehende Gebäude aus den 1970-er Jahren besitzt keine Baugenehmigung und Gastronom Lutz Hardersen will sich zur Ruhe setzen. Das alte Lokal soll demnächst abgerissen werden. Doch Gastronom Hans-Georg Petschnik und sein Geschäftspartner Reiner Pomplun wollen dem Dünenrestaurant neues Leben einhauchen.

Fertigstellung im Frühjahr

Auf einem benachbarten 2200 Quadratmeter großen Grundstück will die Investorengemeinschaft für rund 2 Mio. Euro ein neues Restaurant errichten. „Das Restaurant soll zu Beginn der nächsten Saison fertig sein“, kündigt Petschnik an. Das Hochsee-Düne benannte Gebäude soll nach Angaben von Petschnik ein Sockelgeschoss in Massivbauweise erhalten, auf dem ein Obergeschoss in Form einer Holz-Fachwerk-Konstruktion errichtet wird.

In dem Restaurant mit Loungebereich und einem Seminarraum sollen bis zu 100 Gäste Platz finden. Außerdem soll eine Terrasse in den Sommermonaten weiteren 100 Gästen Sitzplätze bieten. Das Restaurant soll nach dem Willen der Gastronomen ganzjährig geöffnet sein. Für Übernachtungsgäste sollen im Haus 12 Betten zur Verfügung stehen. Petschnik hofft aber darauf, in den Wintermonaten auch die 27 Bungalows im Dünendorf mit vermieten zu können. „Dann könnten wir bis zu 60 Übernachtungsplätze anbieten“, fügt Petschnik hinzu.

Petschnik, dessen Frau von der Hochseeinsel stammt, hat viel Erfahrung in der Insel-Gastronomie. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Lutz Natusch betreibt er die Gastronomie auf den Seebäderschiffen „Atlantis“ und „Funny Girl“ der Reederei Cassen Eils. Vor 4 Jahren hatte er die Idee, in den Wintermonaten Grünkohlfahrten mit einer Übernachtung auf Helgoland anzubieten. „Seitdem haben wir dadurch 10.000 Übernachtungen auf Helgoland erzielt.“

In dem neuen Restaurant soll nach Angaben von Petschnik eine bodenständige norddeutsche Küche geboten werden mit einem Schwerpunkt auf Fischgerichten. So sollen auf der Karte auch Helgoländer Spezialitäten wie Knieper und Hummer stehen. Für die Bewohner des Dünendorfes und des Campingplatzes sowie Strandbesucher wollen die Gastronomen außerdem einen Dünen-Shop mit Lebensmitteln und Getränken betreiben. Um den Service auch für Fluggäste auf der Düne zu verbessern, sind Möglichkeiten zur Kofferaufbewahrung und ein Strandsafe vorgesehen.

Wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Projekts ist eine Verbesserung der Anbindung der Düne an die Hauptinsel. „Bisher läuft die Dünen-Fähre nur auf kleinster Flamme“, sagt Petschnik. Nach den Plänen der Gemeinde soll die Dünen-Fähre jedoch privatisiert und für 2 Millionen Euro ein neues hochseetaugliches Schiff angeschafft werden. „Dann wäre auch eine Taxi-Anbindung zur Hauptinsel möglich.“

Events sollen Gäste locken

Die Gastronomen wollen bei ihrem Projekt jedoch nicht nur auf die Anziehungskräfte von Stränden und Robben auf der Düne vertrauen. Stattdessen wollen sie mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm zusätzliche Gäste in ihr Lokal locken. So sind für die Sommermonate Strandpartys, Grillabende und Beachvolleyball-Turniere geplant. Im Winter sollen Konzerte, Whisky- und Weinseminare sowie Kochkurse das Dünenrestaurant füllen. Hans-Georg Petschnik: „Wir wollen auch schlechtes Wetter gut verkaufen.“ Helmut Heigert


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